Zähme deine Zunge

Dann behältst du deine Freunde

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Wer klatscht und tratscht nicht mal gerne, besonders wenn er brisante Dinge über andere zu erzählen weiss? Wir können uns damit selbst weisswaschen - aber Vorsicht, das kann ins (eigene) Auge gehen!


Es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem wir nicht über Menschen reden. Wir erzählen interessante Begebenheiten oder Situationen, in denen wir uns über andere gewundert oder geärgert haben. Das lässt uns selbst besser aussehen und hilft uns unsere eigenen Fehler zu kaschieren.

Waffenschein?

Je nachdem, wie scharfzüngig oder abschätzig wir über andere reden, kann sich unser Reden geradezu als eine Waffe erweisen. Besonders gerne setzen wir diese nicht im direkten Zweikampf, sondern hinterrücks ein.

So eingesetzt, wird unsere Zunge eine richtig «gefährliche Waffe». Wir können mit dem, was wir über andere sagen, Menschen tief verletzen. «Aber», wendest du ein, «ist das denn wirklich so schlimm? Gehört es nicht einfach zum normalen Leben, über andere auch mal abfällig zu reden?»

Wer einmal selbst erlebt hat, wie andere abwertend über ihn geredet haben, wird das anders sehen. Man erlebte sich als wehrloses Opfer. Man erfährt davon es erst im Nachhinein und kann nichts dagegen machen. Und für den Täter gilt: Einmal ausgesprochene Worte kann er nicht mehr zurückholen.

Oft provoziert die Tat das Opfer, es dem anderen heimzuzahlen. Wir wollen nicht einfach Zielscheibe sein. Lieber schiessen wir kräftig zurück nach dem Motto: «Angriff ist die beste Verteidigung.» Es kommt zur Eskalation. Wie vermeiden wir das?

Drei Anregungen

  • Eine Leitlinie für ein verantwortliches Reden über andere lautet: Wir sagen nur das über andere, was wir auch selbst okay finden würden, wenn es andere über uns sagen.

  • Wir sprechen nur das aus, was wir auch anderen direkt ins Gesicht würden. Das ist eine hohe Messlatte, an die wir uns womöglich langsam heranarbeiten müssen. Das heisst: Wir müssen lernen, weniger und vor allem weniger boshaft über andere zu reden. Es braucht Abrüstung beim Reden über andere!

  • Hören wir auf, uns über die Ungeschicklichkeiten der anderen auszulassen - auch wenn uns das selbst besser aussehen lässt.

Jesus stellte Gewalt, schlechte Gedanken und negatives Reden in eine Linie. Der Evangelist Matthäus gibt Jesus so wieder: «Wie ihr wisst, wurde unseren Vorfahren gesagt: 'Du sollst nicht töten! Wer aber einen Mord begeht, muss vor ein Gericht.' Doch ich sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, den erwartet das Gericht. Wer zu seinem Bruder sagt: 'Du Idiot!', der wird vom Obersten Gericht verurteilt werden ...» (Matthäus, Kapitel 5, Verse 21- 22).

Noch drastischer warnt der Apostels Jakobus vor dem Missbrauch der «Zunge» in seinem Brief, Kapitel 3, Verse 5-9: «So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet grosse Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an! Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. ... Die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir über Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind.»

Datum: 19.01.2010
Autor: Norbert Abt

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