Freireligiöse Vereinigung

«Bibel-TV abschalten»

Eine freireligiöse Vereinigung in Bayern, die sich mit ihren Ortsgemeinschaften zum Ziel gesetzt hat die Trennung von Kirche und Staat zu erreichen, hat am Mittwoch in einer über den Humanistischen Pressedienst verbreiteten Mitteilung eine sofortige Abschaltung des christlichen Senders Bibel-TV gefordert.

Anlass dafür ist die Verbreitung des Spartenkanals seit Anfang August über das digital-terrestrische Fernsehen in München und Umgebung. Bibel-TV dürfe man als «Propagandasender einstufen, der wissenschaftsfeindlich und fundamentalistisch ist und mittelalterliche Desinformation verbreitet», heisst es in der Erklärung der BfG Bayern.

«Regelbruch»

Die Organisation warf in diesem Zusammenhang der Bayerischen Landesmedienanstalt (BLM) Regelbrüche vor. Weil der Privatsender Tele5 durch Bibel-TV ersetzt worden sei, habe sich die Situation grundsätzlich verschlechtert. Dies sei nach Satzung der BLM verboten. Darüber hinaus sei der Medienrat der Medienanstalt an der «gesellschaftlichen Realität vorbei besetzt», das sei ein «schwerwiegender Verstoss gegen den Staatsauftrag der Meinungsvielfalt».

Kaum eine Chance

Die BfG legte gegen die vermeintlichen Verstösse bereits Protest ein und verlangt die Umbesetzung des Medienrats entsprechend den weltanschaulichen Paritäten. Weil die BLM die Eingabe ignoriert habe, soll nun das Wissenschaftsministerium helfen - die Organisation forderte ihre Sympathisanten auf, die Behörde mit entsprechenden Beschwerden einzudecken. Ob das Vorgehen von Erfolg gekrönt sein wird, darf bezweifelt werden.

Bibel-TV auch in Nürnberg zu sehen

Aktuell nutzen rund 30 Prozent der Einwohner im Stadtgebiet München den kostenlosen DVB-T-Empfang mit seinen rund zwei Dutzend ausgestrahlten öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Programmen. Bibel-TV ist auch in Nürnberg zu sehen, etwa 1,5 Millionen Einwohner könnten den Sender theoretisch sehen. Mit Bayern sind die Hamburger nun schon in zehn Bundesländern via terrestrischer Antenne zu empfangen, darunter in den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Leipzig und Frankfurt/Main.

Datum: 09.09.2010
Quelle: sat+kabel

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