Bundesrat soll militärische Zusammenarbeit mit Israel stoppen

Bern. Die Schweiz soll die militärische Zusammenarbeit mit Israel stoppen. Das verlangen über 50 humanitäre, kirchliche, friedenspolitische und Menschenrechtsorganisationen. Sie fordern die Landesregierung in einer Erklärung auf, ein sofortiges Moratorium in Kraft zu setzen.

Israel verstosse seit der Besetzung des Westjordanlandes und Gazas im Jahre 1967 massiv gegen die Menschenrechte und gegen das humanitäre Völkerrecht, heisst es in einem Aufruf. Insbesondere in den letzten Wochen habe die israelische Armee minimalste Anforderungen der vierten Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung grob verletzt.

Der Bundesrat habe in aktuellen Stellungnahmen die Einhaltung des humanitären Völkerrechts verlangt, sagte Matthias Hui vom „Forum für Menschenrechte in Israel und Palästina“ vor den Medien in Bern. „Die Schweiz darf nicht länger mit genau jener israelischen Armee eng kooperieren, deren Missachtung des humanitären Völkerrechts sie scharf verurteilt.“ Es bestehe in der jetzigen Phase des Konfliktes „dringender Handlungsbedarf“. Es dürfe nicht erst bei der Debatte der Rüstungsprogramme der nächsten Jahre gehandelt werden. Der Bundesrat hat das zuständige Verteidigungsdepartement beauftragt, mögliche Mittel zur Einschränkung der Zusammenarbeit zu prüfen.

Es müsse jetzt Druck auf Israels Regierung zur Abkehr von der Kriegspolitik erzeugt werden, heisst es in dem Aufruf. Auch solle die Solidarität mit der Not leidenden palästinensischen Bevölkerung sowie den Friedenskräften in Israel und Palästina ausgedrückt werden.

Starke kirchliche Präsenz

Zu den über 50 unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderen die kirchlichen Hilfswerke Brot für alle (evangelisch) und Fastenopfer (katholisch), das Hilfswerk der evangelischen Kirchen (HEKS), Bethlehem Mission Immensee, der Christliche Friedensdienst (cfd), die Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung, die Sektion Schweiz von Amnesty International, die Gesellschaft Schweiz-Palästina, die Gesellschaft für bedrohte Völker, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA) und die Schweizerische Kampagne gegen Personenminen.

Datum: 01.05.2002
Quelle: Kipa

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Energiewende in der Schweiz
Der Ölpreis hat einen Tiefstpunkt hinter sich, Tankerunfälle sind aktueller denn je und gleichzeitig sollten die Gift-Ausstosswerte gesenkt werden....
Gebetsinitiative
Unter dem Namen «Pray4wef» ruft eine Gruppe von Bündner Christen dazu auf, während des WEF in Davos rund um die Uhr zu beten. Einer der Initianten...
Nur besseres Leben?
Oft werden Flüchtlinge in der öffentliche Debatte als Menschen wahrgenommen, die «nur» ein besseres Leben wollen. Eine zum Christentum konvertierte...
Gebetsaktion startet bald
Jeweils kurz nach Jahresbeginn haben Christen die Gelegenheit, im Rahmen der Allianzgebetswoche zusammenzustehen und gemeinsam zu beten. Livenet...

Werbung

Kommentar

Landes- und Freikirchen: Gleiche Wurzeln, gleiche Hoffnung
Das Bedürfnis von Repräsentanten der Landes und Freikirchen, sich voneinander abzugrenzen, hat...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

VERANSTALTUNGEN

Kursbeginn im Februar 2018 in Zürich und Bern, jetzt anmelden!

Livenet Service