US-Umfrage zum Glauben

Zwei Drittel halten sich für Sünder

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Immerhin 67 Prozent aller US-Amerikaner halten sich selbst laut einer Umfrage von LifeWay Research für Sünder. Doch die Folgen, die sie daraus für sich ableiten, sind sehr unterschiedlich. Die meisten sind darüber nicht froh, nur 5 Prozent sind mit ihrem Sünder-Dasein einverstanden.

Scott McConnell, Leiter des Meinungsforschungsinstituts LifeWay im amerikanischen Nashville, initiierte die Umfrage nach einem persönlichen Erlebnis. Auf dem Weg zu einem Hockeyspiel wurde er zusammen mit anderen Besuchern von einer Gruppe Christen als «Sünder» bezeichnet. Daraufhin zeigten einige der Hockeyfans Reaktionen wie: «Ja, und wir sind es gern.» McConnell erklärt: «Ich fragte mich, wie viele Menschen sich selbst als Sünder bezeichnen würden» und startete dafür eine repräsentative Umfrage.

Verschiedene Meinungen zu Sünde

Die Befragten konnten nicht nur darauf antworten, ob sie sich für Sünder halten oder nicht, sondern das Ganze auch durch Zusätze klären, wie sie mit Sünde umgehen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein Drittel (34 Prozent) der Amerikaner sich für Sünder halten, aber an diesem Zustand arbeiten wollen, während ein gutes Viertel (28 Prozent) sich genauso für sündig hält, aber bei der Bewältigung auf Jesus vertraut. Für immerhin 10 Prozent der Befragten existiert so etwas wie Sünde nicht oder sie halten sich nicht für Sünder (8 Prozent). Weitere Unterschiede in der Bewertung werden deutlich, wenn man sich anschaut, welche Altersgruppe wie antwortete, und welchen Hintergrund die Befragten hatten.

  • In den europäischer geprägten Neuenglandstaaten haben die Befragten weniger Probleme damit, Sünder zu sein (9 Prozent) als im frommeren Süden (5 Prozent).
  • Amerikaner mit evangelikalem Hintergrund vertrauen eher auf Jesus beim Bewältigen ihrer Sünden (72 Prozent) als solche ohne diesen Background (19 Prozent).
  • Anhänger nichtchristlicher Religionen halten sich häufiger für Nicht-Sünder (27 Prozent) als Christen (7 Prozent) oder Konfessionslose (6 Prozent).
  • Katholische Christen wollen eher als Protestanten daran arbeiten, nicht zu sündigen (48 gegenüber 31 Prozent). Weniger von ihnen sagen daher, dass sie sich auf Jesus verlassen, wenn sie ihre Sünde überwinden wollen (19 gegenüber 49 Prozent).
  • Amerikaner zwischen 18 und 44 Jahren gehen doppelt so oft davon aus, dass es keine Sünde gibt wie die über 45-Jährigen (14 Prozent gegenüber 7 Prozent).

Der Begriff Sünde ist unscharf

Die Umfrage macht deutlich, dass nicht nur der Umgang mit Sünde oder dem Sündersein unterschiedlich ist. Tatsächlich liegen ihr völlig unterschiedliche Bewertungen zugrunde, was Sünde überhaupt ist bzw. welche Auswirkungen sie hat. So mag sich die Umfrage mit ihren Zahlen nicht einfach auf die Schweiz oder Deutschland übertragen lassen, doch diese unterschiedlichen Bewertungen gibt es in Europa sicher genauso. Bereits eine vorausgegangene Umfrage machte deutlich, dass 65 Prozent der Bevölkerung meint, dass jeder ein bisschen sündigt, Menschen aber trotzdem von Natur aus gut sind. 74 Prozent der Amerikaner denken, dass kleinere Sünden unmöglich ewige Auswirkungen haben können. Diese Unschärfe im Blick auf den Begriff arbeitete auch der deutsche Theologe Thorsten Dietz in seinem Buch «Sünde» heraus. Aber auch Scott McConnell stellte klar: «Für etliche Amerikaner bedeutet die Aussage, dass sie Sünder sind nur, dass sie nicht perfekt sind. Das heisst nicht notwendigerweise, dass sie dadurch böse sind oder bestraft werden müssten. Dessen müssen sich Kirchen und Gemeinden bewusst sein.»

Zum Thema:
Theologe Thorsten Dietz: Sünde – was Menschen heute von Gott trennt
Höhere Zahlen als angenommen: UK: Über 20 Prozent der Jugendlichen «überzeugte Christen»
Osterumfrage: Mehrheit der Deutschen sieht im Glauben Sinnstiftung

Datum: 23.08.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / Christianity Today

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