Reformation in der Schweiz

Zwingli kommt aufs Spielbrett

Kindern soll die Reformation näher gebracht werden. Wie? Mit dem neuen Brettspiel «Reformations in der Schweiz». Zwingli ist nur eine der fünf Spielfiguren, die im Spiel für 10 bis 13-Jährige vorkommen.

Zoom
Reformationsspiel
Zur Playmobilfigur hat es Zwingli bisher nicht gebracht. Wenigstens gibt es ihn jetzt als Spielfigur: Zwingli ist einer von fünf Reformatoren im neuen Gesellschaftsspiel «Reformation in der Schweiz». Damit sollen 10 bis 13-Jährige spielerisch mit der Reformation hierzulande vertraut gemacht werden.

Das Spiel fülle eine Lücke, sagt Dr. Ursula Lievenbrück vom Medienzentrum der Pädagogischen Hochschule Freiburg, die das Spiel mit einem Team entwickelt hat. Didaktisches Material über die Schweizer Reformation sei bisher nur spärlich vorhanden oder aber beleuchte nur einen Teilaspekt wie etwa die Zürcher Reformation. Auch sei das Material oft aus der Perspektive der Reformation in Deutschland hergeleitet.

Fünf Köpfe der Schweizer Reformation

Aber auch das neue Spiel kommt nicht ohne den deutschen Reformator aus: Luther ist ebenfalls eine Spielfigur in «Reformation in der Schweiz», genauso wie Jean Calvin, Guillaume Farel und Heinrich Bullinger. Die Wahl sei auf die für den schweizerischen Kontext relevanten Reformatoren gefallen, begründet Lievenbrück das Quintett. «Luther komplett auszublenden, wäre eine Verkürzung.» Die Wahl dieser fünf sei aber nicht die einzig begründbare.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wo denn die Frauen abgeblieben sind. Dies müsse sie immer wieder erklären, sagt Lievenbrück. Die Männer seien aber nun mal die treibende Kraft hinter den reformatorischen Entwicklungen gewesen, was den damaligen gesellschaftlichen und politischen Umständen geschuldet sei.

Für Geschichts- und Religionsunterricht

Das Spiel nimmt die theologischen Anliegen der einzelnen Reformatoren auf, setzt aber auch einen Schwerpunkt auf die geschichtlichen Abläufe. Deshalb kann es laut Lievenbrück sowohl im Geschichts- wie auch im Religionsunterricht eingesetzt werden. «Das Spiel lässt sich zudem ohne Bekenntnisinhalte spielen», so Lievenbrück. Dennoch könne man als Lehrperson im Religionsunterricht Themen wie Ablasshandel, Abendmahl oder die Bibelübersetzung aufgreifen und vertiefen. Das Lehrmittel habe auch keine spezifisch reformierte Ausrichtung, sondern funktioniere genauso im katholischen Kontext.

Ursprünglich war das Spiel gedacht als Lehrmittel für den Freiburger Religionsunterricht. Man habe überlegt, wie der Medienbestand hinsichtlich des Reformationsjubiläums für die Lehrpersonen und Katechetinnen im Kanton zu ergänzen sei, erklärt Lievenbrück. Dass es nun schweizweit mit einer Auflage von 500 Exemplaren lanciert wird, ist dem ökumenischen Medienanbieter «Relimedia» zu verdanken, der eine Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule einging. So habe das Projekt plötzlich Fahrt aufgenommen.

Identifikation mit den Reformatoren

Ob sich das Spiel in der Praxis bewährt, wird sich zeigen. Der Prototyp kam in den Testklassen laut Lievenbrück jedenfalls gut an. Zu verdanken ist dies wohl auch bekannten Elementen aus beliebten Gesellschaftsspielen wie «Tabu» oder «Montagsmaler». Auch sei es der richtige Entscheid gewesen, bei den Spielfiguren auf die Reformatoren zu setzen, so Lievenbrück. Durch diese kleine Identifikation ergebe sich bei den Schülern eine andere Motivation. «Hat funktioniert und Spass gemacht, war jedenfalls die Rückmeldung.»

Zum Thema:
Schweizer Reformator: Zwingli, der Comic-Held
Luther als Playmobilfigur: Reformator Martin Luther ist bereits vergriffen
Zwingli-Film: 2018 kommt Zwingli ins Kino

Datum: 15.05.2017
Quelle: kath.ch

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

Bühne frei für Gott
39 Frei- und Landeskirchen haben sich zusammengeschlossen, um Gott professionell und zeitgemäß auf die große Bühne zu bringen. Drei Lebensgeschichten, verpackt in faszinierende Musicals, kombiniert mit Inputs von Life on Stage Redner Gabriel Häsler.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Ägypten
Die Kopten – die christliche Minderheit Ägyptens – hatten ihre Hoffnungen in Präsident Al-Sisi gesetzt. Doch diese verblasst mehr und mehr. Livenet...
Start der Frankfurter Buchmesse
Die Lesekultur geht nach Auffassung des Theologen und Kulturexperten Johann Hinrich Claussen im Wesentlichen auf die Reformation zurück. «Eine der...
Schülermedienprojekt
Martin Luthers Thesen haben die Welt verändert. Was käme dabei heraus, wenn Menschen heute diese Thesen schrieben? Ein Schulprojekt in Hessen testet...
Marcus Weiand
Sünde ist ein Reizwort geworden, das selbst unter Christen vermehrt gemieden wird. Auf der anderen Seite wurde der Begriff als Machtmittel...

Werbung

Kommentar

Zwischen Schock und Chance: Deutschland hat gewählt
In Deutschland wurde gewählt. Dabei geschah das, was die Prognosen vorher andeuteten: Die CDU blieb...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

VERANSTALTUNGEN

20.+21. Oktober | 8 - 18 Uhr | Livenet-Büro
27.-29.10.2017 | Eulachhallen, Winterthur
Samstag, 28.10.2017 in Zofingen

Livenet Service