Umstrittener Islamlehrer
Tariq Ramadan in Rotterdam zu Recht gefeuert
Ein holländisches Gericht hat die Entlassung von Tariq Ramadan aus einer Rotterdamer Gastprofessur bestätigt. Ihm war Nähe zum iranischen Regime vorgeworfen worden.
Mit der Einsprache gegen seine Entlassung in Rotterdam ist Tariq Ramadan abgeblitzt. Der umstrittene Genfer Islam-Lehrer, einer der bekanntesten Muslime Westeuropas, hatte an der Erasmus-Universität Rotterdam seit 2007 eine Gastprofessur gehabt. Zudem beriet er die Stadt, die 49 Prozent Ausländer und einen marokkanischen Bürgermeister hat, in Integrationsfragen. Diese Posten verlor er im August 2009.
Grund: Ramadan moderiert auf dem englischsprachigen iranischen Nachrichtensender Press TV eine Sendung mit dem Titel „Islam and Life“. Der Sender wird von der iranischen Regierung finanziert. Die Stadt Rotterdam und die Universität fanden dies nach der Unterdrückung der Proteste im Iran im Juni 2009 unvereinbar mit seiner Lehr- und Beratungstätigkeit, welche sie positiv würdigten.
Ramadan hatte von einer «Kampagne» gesprochen und behauptet, die Kontroverse sage mehr über den «alarmierenden Zustand» der holländischen Politik aus als über seine eigene Person. Er habe «das iranische Regime nie unterstützt» und sei redaktionell völlig unabhängig gewesen. Und «selbstverständlich» habe er die Schüsse auf die Demonstranten nach den Wahlen im Juni verurteilt. Er wolle die Demokratisierung im Iran fördern, doch sie komme sicher nicht durch westlichen Druck zustande, wandte Ramadan, Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbruderschaft, ein. Das Gericht hat nun den Entscheid der Stadt Rotterdam bestätigt.
Zum Thema:
Tariq Ramadan auf Press TV
Die Erasmus-Universität zu Ramadans Sendung, August 2009
Quelle: Livenet/ Die Welt

