Kenia: Trotz politischer Einigung tiefe Gräben zwischen Volksgruppen
TearFund engagiert sich für Versöhnung
Mit der Vereidigung des bisherigen Oppositionsführers Raila Odinga zum neuen Ministerpräsidenten ist in Kenia ein mehr als dreimonatiger Machtkampf zu Ende gegangen. Staatspräsident Mwai Kibaki und Odinga wollen durch die Machtteilung dauerhaft die Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen in Kenia eindämmen. Über 1000 Menschen sind nach der umstrittenen Wahl im Dezember 2007 ums Leben gekommen, 300.000 mussten fliehen. Noch immer leben Tausende in provisorischen Camps. TearFund setzt sich für Versöhnung zwischen den Volksgruppen und für die vielen im eigenen Land vertriebenen Menschen ein.
"Die Lebensbedingungen im Camp waren furchtbar", berichtet Dan (28) aus Kibera, einer Slum-Siedlung bei Nairobi. Er musste Ende letzten Jahres, als die Unruhen ausbrachen, ins Camp Jamhuri fliehen. "Die Leute sind erfüllt von Bitterkeit gegeneinander. Selbst in Jamhuri war ein grosser Graben zwischen den verschiedenen Volksgruppen zu spüren". Dan wohnt inzwischen wieder zu Hause, doch um seine Nachbarn herum fühlt er sich nicht wohl. "Als sie die Häuser niederbrannten, wollten sie, dass ich auch mitmache, doch ich weigerte mich. Mein Glaube zeigt mir, dass Gewalt nicht die Lösung ist."
Versöhnung ist nötig
"Echter Friede ist nur dann möglich, wenn sich verfeindete Menschen - Opfer und Täter - miteinander versöhnen. Durch Versöhnung können sie trotz der traumatisierenden Erfahrungen eine gemeinsame Zukunft gestalten", betont Gerhard Bärtschi, Leiter des christlichen Hilfswerks TearFund Schweiz. Deshalb ermöglicht TearFund Mitarbeitenden aus verschiedenen lokalen Kirchgemeinden eine Ausbildung für Konflikttransformation. Für die Menschen in den Camps stellt TearFund Nahrungsmittel und Alltagsgegenstände wie Kochgeschirr und Moskitonetze zur Verfügung. Viele Familien, die ihre Existenz verloren haben, bekommen eine finanzielle Starthilfe.
Durch konkrete Hilfe wird Versöhnung möglich
Bereits mit 70 Franken kann durch das TearFund-Programm zur Friedensförderung eine leitende Person aus einer Kirchgemeinde an einem dreitägigen Workshop teilnehmen. Für 120 Franken erhält eine Familie eine Starthilfe, um eine neue Existenz aufzubauen.
Durch Ihre Hilfe können Menschen über den Schatten der Vergangenheit springen! Versöhnung ist möglich. Herzlichen Dank für Ihre Gebete und Unterstützung.

