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Yes, we can – kehren die Amerikaner um?

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Big and bigger: So geht es nicht weiter
Die Katastrophe im Golf von Mexiko kommt zu nahe, dauert und schmerzt zu lange, als dass die US-Amerikaner sie vergessen könnten, wenn die News-Leute nicht mehr darüber berichten. Das Online-Portal «Christianity Today» vergleicht die Ölpest mit dem 11. September. Christen lesen das Alte Testament neu und finden, dass die ganze Schöpfung, wenn sie Gott verherrlichen soll, vor Zerstörung bewahrt werden muss.

Worship-Sabotage im Golf von Mexiko 

Meinungsumfragen zeigen, dass die Amerikaner umwelt(schaden)bewusster werden. Es ist höchste Zeit. Mitte Juli ist jedoch in Washington ein griffiges Klima-Gesetz auf Eis gelegt worden. Wenn die Beschränkung des Ausstosses von Treibhausgasen zu teurerem Benzin oder Strom führt, fehlen im US-Senat (im Wahljahr) die nötigen Stimmen.

Die Amerikaner haben nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell über ihre Verhältnisse gelebt. Mit der Immobilienspekulation und verantwortungslosen Finanzinstrumenten lösten sie die weltweite Krise aus. Trotzdem fordern prominente Politiker und Ökonomen weiterhin von anderen Staaten, mehr Geld auszugeben, um die Weltwirtschaft zu unterstützen. Der führende deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn lehnt dies in der NZZ ab. Er verweist auf den aktuellen Wirtschaftsaufschwung. «Wann, wenn nicht jetzt, soll der Staat anfangen zu sparen?»

Laut Hans-Werner Sinn wird das US-Budgetdefizit bei 12,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts liegen; «40 Prozent des Bundeshaushaltes sind kreditfinanziert. 2011 wird sich der Verschuldungsgrad zum BIP auf über 100 Prozent erhöhen und damit näher an den derzeitigen griechischen Verschuldungsgrad rücken... Wo all das hinführen soll, steht weiterhin in den Sternen.» Im gigantischen Massstab leben die USA auf Pump, was fürs globale Finanzsystem nichts Gutes verheisst.

Der Münchner Ökonom fordert, dass «Schuldnerstaaten wie Griechenland oder die USA die Stabilität und Glaubwürdigkeit ihres Finanzsystems wiederherstellen... Die schwierigste Anpassung wird allerdings die Aufgabe des mit fremdem Geld finanzierten Lebensstandards sein. Gleiches gilt für die südlichen Staaten in Europa.»

Yes, we can, sagte Obama 2008 und riss hoffnungsfrohe, junge Amerikaner millionenfach mit. Das Gesundheitswesen wird tatsächlich massiv ausgebaut, um Ärmere zu versorgen. Eigentlich wäre Sparen angesagt, schmerzhafte Einschnitte. Und das hat - man denke an die patriotische Hymne «God Bless America» - eine spirituelle Komponente. Die Amerikaner, vom 11. September gebeutelt, sind gefordert, in Gott nicht nur den zu sehen, der Wachstum und Überfluss schenkt und alle ihre Probleme lösen hilft. Can they do that?

Datum: 02.08.2010

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