Fussball und Glaube

«... aber Schalke kann mich nicht erlösen»

Schalke-Pfarrer Norbert Filthaus liebt seinen FC innig. Gleichzeitig wehrt er sich gegen die Vergötterung – es gebe keinen «Fussball-Gott»: «Schalke kann mir alles geben, aber Schalke kann mich nicht erlösen.»

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Der ehemalige FC-Schalke-04 Kapitän Marcelo Bordon
Fussball und Glauben sind gut zu vereinbaren, man dürfe es aber nicht gleichsetzen, sagt Schalke-Pfarrer Norbert Filthaus im Vereinsmagazin «Schalker Kreisel» des Fussball-Bundesligisten FC Schalke 04.

«Der Fussball-Gott ist ein Götzentum, das kann ich als Pastor nicht akzeptieren», sagte der 63-jährige evangelische Theologe. Filthaus ist seit 33 Jahren Gemeindepfarrer in Gelsenkirchen und seit 2008 Pfarrer an der Kapelle in der Schalke-Arena, berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur «epd».

Ohne Gott: ein Auto ohne Benzin

Der langjährige FC-Schalke-04-Kapitän Marcelo Bordon vertritt die gleiche Ansicht. Der inzwischen zurückgetretene brasilianische Verteidiger verewigte auf seinem Rücken sein Bekenntnis: «Jesus ist meine Kraft». Er rief Christen zur Demut auf: «Wir müssen mit den Füssen auf dem Boden bleiben. Ohne Gott sind wir gar nichts – wie ein Auto ohne Benzin.»
 
Mit der Bibel-Edition «Mit Gott unterwegs – Mit Gott auf Schalke» gewährten wichtige Leitfiguren des traditionsreichen Fussballclubs einen tiefen Einblick in ihren persönlichen Glauben. Neben Bordon waren der damalige Nationalspieler Kevin Kuranyi dabei (spielt heute bei Dynamo Moskau), der Brasilianer Rafinha (heute bei Bayern München) und der Manager Andreas Müller. Ganz offen schildern sie, warum der Glaube für sie einen so hohen Stellenwert hat. So beschreibt beispielsweise Vize-Europameister Kevin Kuranyi im Kapitel «Kevin allein zuhause», wie sehr ihm die Nicht-Nominierung für die Fussball-WM 2006 in Deutschland zu schaffen gemacht hatte und wie er damals Hilfe im Glauben an Gott fand. Inzwischen hat die Schalke-Bibel ihre 2. Auflage erreicht.
 
Der sportliche Erfolg ist wichtig, aber nicht alles. «Schalker zu sein» sei sicherlich «etwas ganz Wichtiges» im Leben vieler Fans, bilanziert Schalke-Pfarrer Norbert Filthaus. Ein Fussballverein könne eine «grosse Geborgenheit» bieten. Aber das Leben habe noch andere Aspekte. Wer sagt, Schalke sei eine Religion, der überfordere seinen Verein, der bekomme die anderen Dimensionen des Lebens nicht in den Blick, analysierte der Pfarrer laut «epd».

Meisterschale hilft nicht

Schalke 04 ist das Team der Stunde. In der Bundesliga liegt die Mannschaft auf Rang drei, nur drei Punkte hinter Tabellenführer Bayern München. Dies mit 13:2 Toren, die drei anderen Gegner kassierten durch diese Dominanz allesamt ein negatives Torverhältnis. Dieses Kunststück war in den zwölf Gruppen nahezu einzigartig: nur einem weiteren Team (Atletico Madrid) gelang dies. Ohne Mühe stiess Schalke somit ins Sechzentelfinale vor.
 
In seiner besten Schalker-Zeit gab Marcelo Bordon zu bedenken: «Natürlich wäre der Gewinn der Meisterschale der schönste Erfolg meines Lebens. Aber wenn wir ehrlich sind, kann selbst dieses Erlebnis uns Spielern und Fans nicht das Herz füllen. Im echten Leben hilft dir keine Meisterschale.»
 
Webseite:
«Mit Gott auf Schalke»

Buch zum Thema:
Bibel «Mit Gott unterwegs – Mit Gott auf Schalke» bestellen

Datum: 21.12.2011
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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