Bündner Jungscharen

Bretterstadt für einen Sommer

Es dürfte das grösste und längste Sommerlager in Graubünden sein. Während sechs Wochen steht hinter Klosters-Monbiel eine Lagerstadt.

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BESJ-Sommerlager Klosters: Im Zentrum das Fort mit dem Glockenturm
Zum ersten Mal arbeiten mehrere Jungscharen zusammen. Sie gehören zu den Freien Evangelischen Gemeinden Landquart, Chur, Schiers, Davos, Thusis, Ilanz sowie den Freien Missionsgemeinden Chur, Celerina und Schuls. Die Teenager der BESJ-Jungschärler bauten das Lager währen einer Woche auf - und wie! Ins Auge springt das Fort in der Lagermitte. Zwölf Meter lang und breit und zehn Meter hoch ist das viermastige Sarasani. Aber wie sicher ist dieses Zelt? Der für den Platzaufbau verantwortliche Claudio Föhn aus Rona im Oberhalbstein meint: «Mit der stabilen Gerüstkonstruktion sind wir bei jeder Witterung auf der sicheren Seite.» Der Aufbau des Gerüsts sei unter den Augen eines Profis erfolgt. Die Sicherheitsnormen seien alle eingehalten worden. Bei den schweren Arbeiten haben Erwachsene die Teeenies unterstützt.

Komfortable Küche und ein Galgen

Das Fort dient als Aufenthalts- und als Speiseraum. Die Glocke auf dem gibt die Signale für den Start der jeweiligen Programmpunkte. Die Mahlzeiten kommen aus der selbst gebauten Küche. Ein Fass dient als Holzherd. Lavabos gibt es gleich mehrere. So kann der Abwasch speditiv erfolgen. Jede Jungschar bringt ihr eigenes Küchenteam mit. Die Jungscharen stellen ihre Zelte auf Plattformen auf. Diesee haben eine von den Jugendlichen gestaltete Gebäudefront. Und so steht neben dem Office des Sheriffs nun ein Galgen. Dann geht es an einer Hollywood-Schaukel vorbei zum Saloon. Er dient mal als Sitzungsraum und mal als Kiosk. Denn für Arbeitseinsätze gibt's «Sackrappen». Mit dieser Lager-Währung lassen sich Getränke und Süssigkeiten eintauschen.

Freiwilligenarbeit in den Ferien

Wie Claudio Föhn verbringen die meisten Jungscharleiter ihre Ferien auf dem Lagerplatz bei Klosters. Er erklärt: «Nur dank der Freiwilligenarbeit ist es möglich, den Teilnehmern ein zahlbares Abenteuer anzubieten. Zudem unterstützen Coop, Migros und Volg das Lager mit Gutscheinen. Viel Baumaterial konnte mit Hilfe der Firmen Lazzarini, Roth Gerüste und Gasser Baumaterialien organisiert werden.»

Synergien genutzt

Dass mehrere Jungscharen einen gemeinsamen Lagerplatz nutzen, bringt Synergien. Regioleiter Föhn: «Wir führten das beste Material jeder Jungschar zusammen.» Und so stammt der effiziente Erdbackofen aus dem Engadin und die hygienische WC-Anlage aus Chur. Der Lagerplatz wird von der Gemeinde Klosters-Serneus vermietet. Es ist nicht selbstverständlich, einen Lagerplatz gleich für sechs Wochen zu bekommen. Da müssen auch die Bauern einverstanden sein.

Über 200 Kinder und Jugendliche

Bis zum 12. August werden über 200 Kinder und Jugendliche in der temporären Westernstadt hinter Klosters leben. Nachdem bereits eine Jungschar aus Thun (BE) auf dem Platz an der Landquart zu Gast war, folgte die Jungschar aus Chur. Vom 29. Juli bis 5. August werden die Jungscharen aus Landquart, Schiers und Thusis die Lagerstadt beleben. Die Abschlusswoche vom 5. bis 12. August übernehmen die Gruppen aus Davos und dem Engadin.

Zum Thema:
J+S-Ausschluss: Jugendverbände treten auf BASPO-Vorschlag ein
Vorwurf der Homophobie: BESJ unter Beschuss: «Wir bedauern!»
1'400 Kinder auf Bundesplatz: Jungschi-Demo: «Wir sind auch Jugend und Sport!»

Datum: 27.07.2017
Autor: Rolf Höneisen
Quelle: idea Schweiz

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