Die OSZE zur Religionsfreiheit

Ein Schweizer Pfarrer beeinflusste den Helsinki-Prozess

Zoom
Die Sicherung der Religions- und Meinungsfreiheit ist eine zentrale Aufgabe der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Das ist ein wesentliches Verdienst eines Schweizer Theologen.

Die OSZE hat sich Ende Juni in Wien mit dem heiklen Thema beschäftigt. Neben der Verhinderung oder zumindest Eindämmung militärischer Konflikte wie zuletzt in der Ukraine ist die Sicherstellung der Meinungs- und Religionsfreiheit eine Hauptaufgabe dieser Organisation, die aus dem «Helsinki-Prozess» 1995 entstand. Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Schweizer Pfarrers Eugen Voss, der 1972 in Küsnacht (ZH) das «Institut Glaube in der 2. Welt» (G2W) gründete. Er war von Anfang an bei Helsinki mit dabei und engagierte sich gezielt für sowjetische Dissidente, die vom Kreml Glaubensfreiheit einforderten, besonders für Christen und Juden.  

Im Zeichen des «Kampfes gegen Antisemitismus und Intoleranz sowie Diskriminierung von Christen, Muslimen und Mitglieder anderer Religionen» stand nun auch diese Konferenz am OSZE-Sitz in der Wiener Hofburg. Dort versuchten zwar auch die Scientologen oder Homo-Lobbyisten für Akzeptanz ihrer «Weltanschauungen» zu werben. Vorwiegend ging es aber um echte und oft grobe Verstösse gegen die Religionsfreiheit im Russland von Vladimir Putin.

Der Ukraine-Konflikt verschärft religiöse Intoleranz

Zoom
Eugen Voss
So beklagte sich der Bischof der russischen Pfingstchristen, Sergej Rjachovskij, der dazu persönlich nach Wien gekommen war, über eine ausufernde Atmosphäre der Intoleranz gegen alle, die nicht zur Russisch-Orthodoxen Kirche gehören. Zu dieser Klimaverschlechterung habe der Konflikt mit der Ukraine geführt. Da dort die Pfingstgemeinden, Baptisten und andere evangelische Gemeinden über mehr Freiheit als in Russland verfügen, werden ihnen auch politische Sympathien für Kiew unterstellt. Von der OSZE reiste Rjachovskij am 28. Juni zu einer grossen Gebetskonferenz nach St. Petersburg. Unter dem Motto «Die Kraft von Eintracht und Zusammenhalt» sprach er seinen Gläubigen Mut und Hoffnung zu.

Orthodoxie verteidigt Putins Regime

Als Vertreter des staatstreuen orthodoxen Patriarchats von Moskau widersprach der Leiter der Abteilung für Interreligiöse Beziehungen, Erzpriester Dimitri Safonov, diesen Darstellungen. Darin würden Politik und Religion unterschiedslos vermengt. Die Russische Orthodoxe Kirche als solche unterdrücke und bekämpfe keine anderen Christen. Als Beispiel nannte er die eigene enge Verbundenheit mit der «Kirche der Brüder» (Church of Brethren), besonders ihrem langjährigen Generalsekretär Stan Noffsinger. Dieser ist schweizerisch-mennonitischer Herkunft und wirkt nun seit September 2016 als Bürochef des Generalsekretariates vom Weltkirchenrat in Genf.

Zum Thema:
Die Kopftuch-Debatte: Wie gehen Christen mit religiösen Symbolen um?
Umstrittene christliche Symbole: Positive Religionsfreiheit und ihre Grenzen
Strassburger Urteil: «Ein Rückschritt für die Religionsfreiheit in Europa»

Datum: 02.07.2017
Autor: Heinz Gstrein / Fritz Imhof
Quelle: Livenet

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

CVJM Zentrum Hasliberg
Im CVJM Zentrum Hasliberg werden Winterfreuden und Glaube ganz selbstverständlich verbunden - und dies erst noch zu äusserst fairen Preisen, die es auch Familien erlauben, ihre Winterferien im Berner Oberland zu verbringen.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Hintergrund zu «Life on Stage»
Musical und Message, das ist eine mögliche Evangelisationsmethode in der heutigen Zeit. Sie ist modern, teuer und spricht Menschen an. Doch – brennen...
Pfuusbus im Einsatz
Die Eröffnung der neuen Pfuusbus-Saison wurde am 15. November mit einem Gottesdienst um 19 Uhr eingeläutet. Der mit einer ökologischen...
Weihnachtsmarkt im November
Am kommenden Montag öffnet der Weihnachtsmarkt im deutschen Bremerhaven seine Tore, so früh wie kaum ein anderer Weihnachtsmarkt. Dieser Beginn,...
Nach dem Kirchensturm
In der osttürkischen Grossstadt Diyarbakir kann jetzt das Armenisch-Evangelische Gotteshaus wieder aufgebaut werden. Es wurde vor zwei Jahren wie...

Werbung

Kommentar

Widersprüche in den Medien: Man darf «islamischer Terror» sagen
In einem Kommentar geht der islamische Buchautor Hamed Abdel-Samad auf die widersprüchliche...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

VERANSTALTUNGEN

Tagesticket ab sofort erhältlich 29. Dez 2017 – 1. Jan 2018, Messe Luzern
Tournée 2017 - Weinfelden vom 21. - 26.11.2017

Livenet Service