Nachts räumen sie Abfall weg

Acht Kirchen gestalten Solothurner «Märetfescht»-Gottesdienst

Erneut laden alle Freikirchen und Kirchen von Solothurn zu einem Gottesdienst während dem weitherum beliebten «Märetfescht». Unter anderem gibt es ein Gospelkonzert unter der Leitung von Gospler- und EMK-Pastor Urs Rickenbacher. Zudem helfen die Mitglieder der Gemeinden in der Nacht bei der Abfallbeseitigung mit.

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Gospelchor
«Wir werden eine Mischung aus traditionelleren und moderneren Gospels singen», gab Urs Rickenbacher im Gespräch mit Livenet einen Einblick in das Programm. «In einem grösseren Block singen wir mehrere Lieder; ausserdem sorgen wir für die Zwischenmusik zwischen den anderen Gottesdienst-Teilen.»

«Ein Lied, das breit bekannt sein dürfte, ist 'Glory, glory Hallelujah – Burden down Lord'. Das ist ein altes Spiritual, von dem wir bei anderen Anlässen merkten, dass die Besucher es gut mitsingen können.» Dazu kommen modernere Stücke wie «Jesus, you're the center of my Joy» oder «Lord I come before you».

Wirt mit Initiative

Auf der Bühne stehen Gospler aus den verschiedensten Altersklassen. «Es sind Männer und Frauen zwischen 15 und 70 Jahren, die aus acht verschiedenen Kirchen aus Solothurn und Umgebung stammen.» Der Chor wurde – wie bei früheren Gelegenheiten – für diesen Auftritt ins Leben gerufen, die Teilnehmer des Chorprojekts studierten die Songs während vier Monaten ein.

«Ursprünglich hatte ein Wirt, der beim Fest mitwirkte, ein paar Pfarrpersonen angesprochen, ob sie nicht einen Gottesdienst gestalten wollten – unter der Bedingung, dass alle Kirchen mitmachen.» Die verschiedenen Gemeinden packten dies an und überlegten, wie es am besten anzugehen wäre. «Ihnen kam in den Sinn, dass Gospel-Musik vielen Menschen gefällt, auch solchen, die nicht so oft in die Kirche gehen.»

Kirchen räumen Abfall weg

Bei den ersten Ausgaben wurden andere Gospel-Chöre eingeladen. «Als ich dann vor zehn Jahren nach Solothurn kam, regte ich an, ein eigenes Projekt zu lancieren mit den Mitgliedern der verschiedenen Kirchen. Seither führen wir in jedem zweiten Jahr ein eigenes Projekt durch, bei dem wir jeweils rund zehn Lieder einstudieren», sagt Urs Rickenbacher.

Daneben treten die Kirchen noch ganz anders in Erscheinung: «Seit vielen Jahren entsorgen wir den Abfall. Wir leeren die Säcke und entsorgen zum Beispiel Glas, das am Boden rumliegt, damit sich niemand daran verletzt. So sind wir vom Freitagnachmittag bis am Sonntag morgens um drei Uhr im Einsatz.» Zudem organisiert die Jugend der Gemeinden am Samstag ein Kinderfest auf dem Zeughausplatz.

«Bist du sicher?»

Das Thema des Gottesdienstes lautet «Bist du sicher?». «Auf die Idee sind wir gekommen, weil eine Untersuchung zeigte, dass die Leute heute so unsicher fühlen wie noch nie – obschon wir statistisch gesehen noch nie so sicher waren wie jetzt.»

Die Möglichkeit, alt zu werden, sei gross, die Möglichkeiten, Krankheiten zu heilen, seien gross, «und die ganze soziale Absicherung ist so gross wie noch nie. Dennoch denken viele Menschen, dass wir in unsicheren Zeiten leben. Auch das Thema der Asylsuchenden, die einen sicheren Ort suchen, spielte mit rein.»

Der «Märetfescht»-Gottesdienst in Solothurn geht am 25. Juni 2017 ab 11 Uhr über die Bühne.

Zum Thema:
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Datum: 21.06.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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