Kirche mit Potenzial

Mit Kirchenfernen ins Gespräch kommen

Viele Menschen möchten sich aussprechen. Die Kirche kann ihnen entgegenkommen. Ihre Prioritäten sollten sich ändern, die Mittel anders eingesetzt werden. Ein Innovationskongress in Stuttgart gab diese Woche Anregungen.

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Zwei Drittel der Mittel für Distanzierte und Nichtmitglieder: Der Gemeindebau-Experte Hans-Hermann Pompe.
Für eine Neuverteilung kirchlicher Ressourcen plädierte Hans-Hermann Pompe, Leiter des Zentrums «Mission in der Region» der Evangelischen Kirche in Deutschland. Nur noch ein Drittel an Kirchensteuern, Zeit und Energie der Mitarbeiter sollte für überzeugte Christen eingesetzt werden, schlug der Pfarrer am 25. Januar 2012 in Stuttgart an  der Konferenz Inno2012 vor. Jeweils ein Drittel sollte in die Betreuung distanzierter Mitglieder und in die Gewinnung von Menschen investiert werden, die keinen Kontakt zur Kirche haben.

Die Sprache ändern

Nach Pompes Beobachtung sind Kirchengemeinden auf Distanzierte schlecht vorbereitet. Wenn in der Liturgie plötzlich auf griechisch «Kyrie eleison» gesungen werde oder in Freikirchen Gottesdienstbesucher als «Geschwister» bezeichnet würden, verstünden Distanzierte das nicht. Auch auf Raucher seien die wenigsten Kirchengemeinden eingestellt.

Beichte nein – Beratung ja

Das Beichten ist nach Ansicht von Michael Diener, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, wieder attraktiv geworden. Moderne Formen der Beichte seien sehr gefragt, man dürfe die Angebote nur nicht explizit «Beichte» nennen, sagte Diener beim Innovationskongress. In Gesprächsangeboten nach dem Gottesdienst geschehe das, was früher in Beichtgesprächen passierte. Menschen öffneten sich und erzählten von ihren Problemen und ihrer Not, sagte Diener, der auch den Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband leitet.

Offen für Transzendentes

Peter Wenz, Pastor der charismatischen Gemeinde «Gospelforum Stuttgart», sagte, in seiner Gemeinde werde nicht von «Beichte», sondern von «Lebensberatung» gesprochen. Beichte sei wichtig, denn es sei befreiend, im persönlichen Gespräch alles Belastende loszuwerden. Viele Menschen sehnten sich nach Transzendenz, darauf müssten Christen eingehen, sagte Wenz. Das «Gospelforum» sei deshalb auch schon auf Esoterik-Messen vertreten und habe Angebote über «christozentrisches Heilen» unterbreitet.

Bei der zweitägigen Konferenz «Inno 2012 - Innovationsforum für die Kirche für heute» trafen sich Mitarbeiter aus Freikirchen und Landeskirchen, um neue Formen von Kirche vorzustellen. Die Tagung fand vor dem Willow-Creek-Kongress statt.

Website:
inno2012 – Innovationsforum für die Kirche von heute

Datum: 27.01.2012
Quelle: Livenet / epd

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