TDS Aarau wird 50

«Schmelztiegel und Plattform der christlichen Gemeinschaft»

Diese Bezeichnung wählte die Aargauer Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen in ihrer Festansprache für das Theologisch-Diakonische Seminar TDS Aarau. Am 4. September beging die höhere Fachschule mit 700 Gästen ihr 50-Jahr-Jubiläum unter dem Motto «gottseidank». Die Feier war alles andere als ein selbstgefälliger Rückblick.

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Aus dem Glauben heraus sozial: Claudia Bandixen zur Bedeutung des TDS.

Die heutige Gesellschaft unterscheide nicht mehr zwischen reformierter, katholischer und freikirchlicher Tradition, sagte Claudia Bandixen im Kultur & Kongresshaus Aarau. Da komme dem TDS Aarau eine besondere Chance und Verantwortung zu. Hier begegneten sich Christen verschiedenster Prägungen um einen innovativen Schwerpunkt: um das Soziale aus dem Glauben heraus zu entwickeln.

Das TDS bildet Expertinnen und Experten in Sozialdiakonie, Jugendarbeit und Gemeindeaufbau aus. Diese werden laut Bandixen in Zukunft in sozialethischen Diskussionen eine noch wichtigere Rolle spielen. Denn ein «zutiefst im christlichen Glauben verankertes Menschenbild» stehe für Gottes uneingeschränktes Ja zum Leben – und Sozialdiakonie setze alles ein, damit auch Menschen in Not das Leben gelingt.

Werte weitergeben

Während des Festakts interviewte Ladina Spiess, selbst TDS-Absolventin, den Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann: «Werte, die wir gemeinsam haben, müssen irgendwie weitergegeben werden, dürfen nicht verschwinden. Da hat eine Institution wie das TDS Aarau, das Leute ausbildet, welche ausschwärmen in die Gesellschaft, eine besondere Bedeutung.» Als Zeichen der Demut versteht Hofmann das Motto «gottseidank»: «Wir sind berufen, die Welt zu gestalten, aber es erinnert daran, dass es eine höhere Macht gibt.»

Christoph Sigrist, Dozent für Diakoniewissenschaft an der Universität Bern, überreichte dem TDS-Rektor Paul Kleiner symbolische Vitamin-D-Tropfen: «Dank, Diakonie und Dynamik, denn Vitamin D stärkt die Knochen und Diakonie ist Knochenarbeit!» Segensworte des TDS-Mitbegründers Pfr. Gerhard Henny verwiesen auf Jesus Christus als die tragende Wurzel, die erst eine reiche Ernte an Früchten ermöglicht.

Körperspuren, ein Kultur-Experiment und «Knochenarbeit» in Berlin

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Pointiert: Peter Henning.

Die Feierlichkeiten im Kultur & Kongresshaus Aarau umfassten drei Hauptanlässe: In der Eröffnungs- und Diplomfeier am Morgen wurde der neue Hauptdozent Pfr. Christoph Schwarz eingesetzt. Der Festakt am Nachmittag war verbunden mit einer Ehrung der pensionierten – und weiterhin aktiven – Dozenten Peter Henning und Dieter Kemmler sowie ihren Ehefrauen durch den Vereinspräsidenten Heiner Studer. Für Besinnung und Unterhaltung sorgten Jazzmusiker; der Pantomime Christos Papadopoulos setzte zentrale Aussagen theatralisch begeisternd um.

Im Abend-Anlass, dem Kultur-Experiment, boten das Eidgenössische Improvisationstheater und die Kuziem-Singers aus Angola mit ihrem gemeinsamen Auftritt eine Schweizer Premiere: Theater-Improvisation und musikalische Brillanz verbanden sich aus dem Stegreif zu einer zeitgenössischen Umsetzung des Gleichnisses vom Verlorenen Sohn, der zum Vater zurückkehrt.

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Kreatives Glanzlicht: Das Eidgenössische Improvisationstheater und der Kuziem-Sänger.

Wie in der biblischen Geschichte gab es auch am TDS-Jubiläum ein gemeinsames Mahl – gleichzeitig mit einem auf die echten Nöte der Gesellschaft gerichteten Blick. Zehn Projekte mit «50 Stunden Diakonie», also eine Stunde «Knochenarbeit» für jedes Jahr des Jubiläums, wurden in den letzten Monaten in verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Prämiert wurde ein von Basler Jugendlichen geleisteter praktischer Einsatz unter Jugendlichen im Osten Berlins für «Kreativität, Nachhaltigkeit und seinen diakonischen Charakter».

Zum Thema:
50 Jahre – und kein bisschen heiser

Datum: 08.09.2010
Autor: Felix Studer
Quelle: TDS Aarau, Bearbeitung Livenet

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