„Um Gottes Willen: Konsequent“

Evangelische Allianz will Gottes Willen in der Gesellschaft umsetzen

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Peter Strauch
Bad Blankenburg - Der Wille Gottes soll den persönlichen Glauben ebenso wie das öffentliche Leben prägen. Dies erklärte Präses Peter Strauch, der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, zu Beginn der 107. Allianz-Konferenz im thüringischen Bad Blankenburg. Für Strauch ergibt sich die strikte Ablehnung von Abtreibungen unmittelbar aus der Überzeugung, dass auch Ungeborene von Gott geliebte Persönlichkeiten sind. Ebenso widerspreche die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften dem biblischen Eheverständnis. Auch unlautere Geschäftspraktiken seien mit dem Glauben an Gott, der die Wahrheit sei und jede Sünde verurteile, nicht vereinbar, "mögen sie noch so clever und allgemein üblich sein".

Die traditionsreiche Konferenz, mit rund 3'000 Besuchern eine der grössten kirchlichen Veranstaltungen in den neuen Bundesländern, steht diesmal unter dem Leitwort "Um Gottes Willen: Konsequent". Es soll christliche Positionen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen aufzeigen. Dazu entwickeln leitende Mitarbeiter aus Landes- und Freikirchen biblische Perspektiven, die in 40 Seminaren behandelt werden.

Steeb: Abtreibungen als "rechtsstaatlicher Super-Gau"

Gegen einen Rückzug von Christen in ein privates, frommes Leben hat sich der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), ausgesprochen. Der Dachverband von rund 1,3 Millionen Evangelikalen aus Landes- und Freikirchen ermutige dazu, Gottes Willen in der Gesellschaft umzusetzen, sagte Steeb vor Journalisten während der 107. Allianzkonferenz. Die traditionsreiche Bibel- und Glaubenskonferenz, die mit insgesamt rund 3.000 erwarteten Besuchern zu den am stärksten besuchten regelmässig stattfindenden kirchlichen Veranstaltungen in den neuen Bundesländern gehört, findet vom 24. bis 28. Juli im thüringischen Bad Blankenburg statt. Nach Angaben Steebs behandeln bei der Konferenz mehrere "Brennpunkte" aktuelle politische Fragen. Dazu habe die Allianz "Wahlprüfsteine" entwickelt, die beispielsweise nach der Bedeutung des Lebensschutzes für die Parteien fragten. Jährlich mehr als 135.000 statistisch erfasste Abtreibungen sowie eine grosse Dunkelziffer hält Steeb für einen "rechtsstaatlichen Super-GAU", da die Ungeborenen keine Chance hätten, sich gegen ihre Tötung zu wehren.

Homosexuelle werfen mit "pseudo-wissenschaftlichen Nebelkerzen"

Eine andere Arbeitsgruppe befasse sich mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. In den vergangenen Jahren hätten die zahlenmässig sehr kleinen Lobbygruppen von Schwulen und Lesben viele "pseudo-wissenschaftliche Nebelkerzen" geworfen, um die Homosexualität aufzuwerten. Die Allianz halte jedoch an den eindeutigen Aussagen der Bibel fest, wonach Homosexualität eine "therapiefähige Abnormalität" sei. Die Betroffenen brauchten keine staatliche Anerkennung, sondern seelsorgerliche und therapeutische Hilfen. Steeb räumte ein, dass bekennende Christen mit ihren Auffassungen oft einsam blieben. Dennoch sei die Allianz davon überzeugt, dass nur eine konsequente Orientierung an dem in der Bibel erkennbaren Willen Gottes dem einzelnen und der Gesellschaft die notwendige Stabilität verleihe.

Ex-Allianzvorsitzender: Warnung vor Selbstzufriedenheit und religiösem Hochmut

Nach Ansicht des früheren Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Rektor Rolf Hille (Tübingen), haben Evangelikale keinen Anlass zu Selbstzufriedenheit und religiösem Hochmut. In einem Hauptvortrag kritisierte eine zunehmende Missachtung der Zehn Gebote auch in frommen Kreisen. Als Beispiele nannte er die Zunahme von Scheidungen bei Gemeindeleitern, Machtkämpfe unter Mitarbeitern und Erbschaftsstreitereien. Zu den Sünden, die man am liebsten verdrängen möchte, gehörten auch das Übersehen und Abschieben älterer Gemeindemitglieder oder das Ausgrenzen von Witwen und Fremden. Bekannt seien Fälle von praktizierter Homosexualität, obwohl Evangelikale dies als mit der Bibel grundsätzlich unvereinbar betrachteten. "Der Aufruf, den christlichen Glauben im Alltag konsequent umzusetzen, gilt vor allem uns", sagte Hille, der von 1994 bis 2000 an der Spitze der Deutschen Evangelischen Allianz stand.

Datum: 28.07.2002
Quelle: idea Deutschland

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