FEG mit «Vision Europa»

«Wir erleben in Gran Canaria offene Türen für das Evangelium»

Die FEG Schweiz investierte sich in den letzten 26 Jahren in über 40 Gemeindeaufbauarbeiten in Europa; ausserhalb von Deutschland und der Schweiz. Darunter in Spanien, Italien und Polen. Livenet unterhielt sich mit Jürg Wüthrich, dem Leiter von «Vision Europa».

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Gemeindegründung in Lens (Frankreich)
Livenet: Jürg Wüthrich, die FEG ist nicht einzig in der Schweiz und Liechtenstein tätig, sondern auch auf Gran Canaria – was geschieht da?
Jürg Wüthrich:
Mitte 2009 gründete das Ehepaar Henning in Maspalomas eine Gemeinde. Sie wurden von der Allianz-Mission Deutschland ausgesandt und arbeiteten mit dem Spanischen Bund FIEIDE zusammen. Wir suchten den Kontakt zur Allianz-Mission, um in Spanien enger zusammenarbeiten zu können. So konnten wir Anfang 2017 Chris und Diana Janke gemeinsam mit der Allianz-Mission aussenden, um eine Tochtergemeinde von Maspalomas in Vecindario zu gründen. Wir erleben im Moment in Gran Canaria offene Türen für das Evangelium.

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Jürg Wüthrich
Was steckt hinter der «Vision Europa?»
Die Vision Europa ist eines von sechs Aufgabengebieten der FEG Schweiz. Wir arbeiten in Gebieten Europas, wo die Zahl der freikirchlichen Christen im Verhältnis zu Gesamtbevölkerung sehr gering ist. Wir helfen bei Gemeindegründungen und Aufbau von Gemeinden in diesen Ländern, damit mehr Menschen zum Glauben an Christus finden und ihm nachfolgen. In den jeweiligen Ländern arbeiten wir eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen. So haben wir uns in den letzten 26 Jahren in über 40 Gemeindeaufbauarbeiten investiert.

In welchen europäischen Ländern ist die FEG im Rahmen von «Vision Europa» tätig?
Die Vorläuferin der Vision Europa, die evangelische Europamission, war vor der Integration in die FEG Schweiz nur noch in Spanien tätig. Die Inlandmission der FEG Schweiz hatte sich aber schon in die Gemeindegründung in Österreich investiert. So waren dies die beiden ersten Länder, in denen wir arbeiteten. Dies war 1990. Ein Jahr später kam Frankreich dazu und 1993 sandten wir erste Gemeindegründer nach Italien aus. Als bisher letztes Arbeitsgebiet kam 1998 Polen dazu.

Was erlebt ihr in Polen und Spanien, wo freie Gemeinden noch nicht so florieren?
Spanien war für uns in den letzten Jahren sehr schwierig, weil wir die Betreuung unserer Mitarbeitenden nicht zufriedenstellend gewährleisten konnten. Deswegen haben wir uns nach einem neuen Partner in dieser Arbeit umgeschaut und wurden in der Allianz-Mission fündig. Im Moment sind wir deswegen nur in Gran Canaria tätig und erleben dort offene Türen. In Polen arbeiten wir ausschliesslich mit einheimischen Gemeindegründern. Da haben wir sehr viel investiert, damit sie Weiterbildung und Ausrüstung für ihren Dienst bekommen. So sind die meisten polnischen Mitarbeiter im Frühjahr bei der Pastorenkonferenz in der Schweiz dabei und besuchen eine Woche lang verschiedene Gemeinden. Diese Horizonterweiterung hilft ihnen, in ihrem schwierigen Auftrag am Ball zu bleiben.

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Emmanuel und Natalie Kessely
Ist dies eine Art Pionierarbeit?
Ja, unser Fokus sind Gemeindegründungen. Aber wir investieren auch viel in den Aufbau und die Entwicklung von Gemeinden. Weiter versuchen wir, die Leiterausbildung in den verschiedenen Ländern zu unterstützen.

Können Sie ein, zwei Gemeinden aus dem «Vision Europa»-Programm kurz vorstellen?
Lens liegt im Norden Frankreichs, einem ehemaligen Steinkohleabbaugebiet. Die Arbeitslosigkeit ist dort mit rund 20 Prozent sehr hoch und über 45 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als Atheisten. Mit dem Ehepaar Kessely und unserem Partner im Land, «France pour Christ», war es unser Ziel, in dieser praktisch unerreichten Stadt eine lebendige Gemeinde zu gründen. Das Team baute im Zentrum ein Café auf, das «L'Autre Estaminet», um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und Vertrauen aufzubauen. Das war eine lange, mühsame Arbeit, aber sie hat sich gelohnt. In der Zwischenzeit ist eine Gemeinde entstanden und im Moment suchen sie dringend grössere Räume, weil sie keinen Platz mehr haben.

Oder nehmen wir die Stadt Tarnów in Südostpolen. In dieser Stadt leben über 110'000 Menschen. Es gibt zwei kleine Gemeinden in dieser grossen Stadt, aber es braucht dringend noch viele Gemeindegründungen, um die Bevölkerung wirklich mit dem Evangelium zu erreichen. So haben wir 2015 Jarek und Ania Mróz eingesetzt, um dort eine neue Gemeinde gründen. Sie begannen praktisch zu zweit und versammelten sich in ihrem Wohnzimmer. Zwischenzeitlich kamen Menschen zum Glauben und sie suchen auch nach Räumlichkeiten, damit die Gemeinde weiterwachsen kann.

Welches Land wird als nächstes in die «Vision Europa» eingebettet?
Keine Ahnung. Wir sind nicht aktiv auf der Suche nach neuen Arbeitsgebieten. Doch es kommt immer wieder zu Anfragen aus verschiedenen Ländern. Diese Anfragen prüfen wir gewissenhaft und fragen nach Gottes Willen und Führung. Ein entscheidender Faktor ist, ob wir in diesem Land einen lokalen Partner finden, der die Betreuung für zukünftige Mitarbeitende gewährleisten kann.

Zum Thema:
Christian Kuhn und NC2P: Eine Gemeindegründungswelle in der Schweiz auslösen
Bloomell Coffeehouse: «Ein Netz bauen, das trägt»
Am «ChrüzPunkt»: Zeitgleich zwei Gottesdienste, aber immer noch eine Gemeinde

Datum: 22.08.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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