Predigt mit Kommentar-Funktion

Deutscher Internet-Gottesdienst zog über 360 virtuelle Besucher an

Das neue Konzept von «Sublan.tv» zog beim Start gleich viele Besucher aus den verschiedenen Kontinenten an. Das Besondere: Sie konnten aktiv am Gottesdienst teilnehmen, ihn live kommentieren und auch von einem Seelsorge-Chat profitieren.

Zoom
Moderatorin Nena Baumüller, Pfarrer Rasmus Bertram und Pfarrer Mickey Wiese
Internet-Gottesdienste gibt es viele auf den verschiedensten Plattformen. Doch ein Gottesdienst, an dem die virtuellen Teilnehmer spontan und unmittelbar mitwirken können, das ist etwas Besonderes. Genau das bietet «Sublan.tv», dessen Name eine Zusammensetzung aus den Worten «Subkultur» und LAN (Local Area Network) ist. Bereits 2010 entstand das Projekt in der Jugendkulturkirche «St. Peter» in Frankfurt am Main, doch in diesem Monat kam erstmals eine neue Software zum Einsatz, durch welche die Besucher aktiv am Gottesdienst teilnehmen können.

Kommentare, Gebetsanliegen und Live-Seelsorge

Und das machte sich bezahlt: 360 Empfängergeräte schalteten sich am Nachmittag des 10. April zu dem Gottesdienst ein, wobei teilweise mehrere Personen an einem Computer oder Mobiltelefon sassen. Auch ganze Jugendgruppen und Freundeskreise waren dabei, wie Projektleiter Pfarrer Rasmus Bertram gegenüber dem Evangelischen Pressedienst epd erklärte. 180 Menschen beteiligten sich aktiv am Gottesdienst, indem sie Fragen stellten, ihre Meinung zur Predigt unter dem Thema «Werte» äusserten und Gebete formulierten. Letzteres hatte in dem Gottesdienst einen besonderen Stellenwert. Manche junge Leute hätten Probleme mit dem Gebet, erklärte Bertram dem Evangelischen Nachrichtendienst idea. Aber es sei wichtig für sie, wenn Christen ihre Anliegen vor Gott brächten. Und genau diesem Wunsch sei man in dem Gottesdienst nachgekommen.

Das Konzept von «Sublan.tv» ist einfach: Der Gottesdienst wird per Livestream auf einen geteilten Bildschirm übertragen, so dass man neben dem Livestream-Bild die Reaktionen lesen und Gebetsanliegen schreiben kann. Wortbeiträge wurden von einem Team vorsortiert und dann den Predigern auf ihren jeweiligen Bildschirmen zugespielt. Eine Moderatorin brachte die Fragen der Teilnehmer mit ins anschliessende Predigtgespräch. Und zusätzlich konnten die Zuschauer von zu Hause aus per Live-Chat Kontakt zu einem Seelsorgeteam aufnehmen. Ansonsten handle es sich um einen ganz normalen Gottesdienst. «Das Internet-Format enthält alle Elemente eines traditionellen Gottesdienstes», erläuterte Bertram: «Predigt, Gebete, Fürbitte, Musik und den Schlusssegen.» 70 Minuten dauerte er insgesamt.

«Einen bedeutender Schritt weiter»

Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Nordamerika, Asien und sogar Südafrika. Bei Vorläuferprojekten habe es nur 60 bis 80 Teilnehmer gegeben. «Wir sind einen bedeutenden Schritt weitergekommen», freute sich Pfarrer Bertram. «Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.» Für Herbst ist der nächste Gottesdienst geplant. Ob das Projekt im kommenden Jahr weiterlaufen kann, hängt davon ob, ob die notwendige Finanzierung gefunden werden kann. Denn diese ist laut Betram nur bis Ende des Jahres sicher.

Zur Webseite:
Sublan.tv

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Datum: 20.04.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / ekhn.de / idea

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