Christian Wulff

«Dem Bundespräsidenten gebührt Vertrauen»

Für Vertrauen in das Amt des Bundespräsidenten wirbt der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, Pastor Ulrich Rüß. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea rügte er den «pharisäischen» Umgang mit der Kreditaffäre.

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Christian Wulff
Dem deutschen Bundespräsidenten Wulff wird in der Öffentlichkeit vorgeworfen, in seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident finanzielle Verbindungen zu Unternehmern gehabt und dies bei einer Anhörung im Landtag verschwiegen zu haben. Ausserdem soll er sich Vorteile durch ein Privat- und ein Bankdarlehen verschafft haben. Wulff hat seinen Umgang mit den Vorgängen bedauert und um Entschuldigung gebeten. Wie Rüß betont, bleibe Vertrauen erhalten, wenn jemand zu seiner Schuld steht und um Verzeihung bitte: «Christliche Vergebung bedeutet Neuanfang. Und das gilt auch für den Bundespräsidenten.»

Partei- und medienpolitische Süppchen gekocht

Rüß vermutet weiterreichende Beweggründe hinter der Art und Weise des öffentlichen Umgangs mit den Vorgängen: «So richtig es ist, rechtliche Zweifel in der Kreditaffäre aufzuklären, so kann man sich doch des Eindrucks nicht erwehren, als würden hier unter dem Siegel hoher moralischer Ansprüche parteitaktische oder/und medienpolitische Süppchen gekocht und eine Kampagne zwecks Rücktritts des Bundespräsidenten geführt.» Das mute bisweilen «reichlich pharisäisch» an, schaffe Verdruss bei den Bürgern und schade dem Vertrauen in die sogenannte politische Klasse. Bei anderen ethischen Fragen von Rang wünschte sich Rüß mehr Sensibilität und einen höheren Moralanspruch von Medien und Politikern, zum Beispiel im Blick auf die «massenhafte Tötung ungeborenen Lebens und die Spätabtreibung». Doch da herrsche weitgehend Schweigen. Rüß steht auch der theologisch konservativen Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordelbischen Kirche vor.

Bundestagspräsident Lammert kritisiert Medien

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat unterdessen den Umgang der Medien mit den Vorgängen um Wulff gerügt. Diese hätten «Anlass zur selbstkritischen Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung», sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung (31. Dezember 2011). Lammert sieht von der Art und Dauer der Auseinandersetzung das Amt und die Autorität des Bundespräsidenten berührt. Auch die Medien und nicht nur Wulff müssten sich fragen, ob sie angemessen mit den privaten Vorgängen des Bundespräsidenten und den damit verbundenen Vorgängen umgegangen seien.

Zum Thema:
Deutsche First Lady Bettina Wulff: «Wir beten vor dem Abendessen»

Datum: 03.01.2012
Quelle: idea.de

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