«Gott bringt Totes zum Leben»

Ron Adkins: Zu 500 Jahren Gefängnis verurteilt – heute frei!

Das Gericht schickte Ron Adkins wegen Serieneinbruchs für insgesamt 500 Jahre hinter Gitter. Es sah aus, als würde er im Gefängnis sterben. Doch Jahre später stand er seinem damaligen Richter erneut gegenüber, diesmal ausserhalb der Gefängnismauern!

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Ron Adkins
Seit zwanzig Jahren, seit 1997, sitzt Ron Adkins im Gefängnis. Ihm wurden fünf Einbrüche nachgewiesen. Für jeden wurden ihm 99 Jahre Haft auferlegt. Dazu kamen fünf weitere Jahre, weil er ein unerlaubtes Handy besass. Zusammengerechnet ergibt dies 500 Jahre Haft, ohne Hoffnung, wieder rauszukommen.

«Ich baute mir im Gefängnis einen Ruf auf», sagt Ron Adkins. «Ich wurde sehr gewalttätig.» Er schloss sich einer Gang an und wurde zum Synonym für Probleme. 250 Übergriffe auf Insassen und Behörden wurden registriert. Seine Streitlust war so gross, dass er mehrfach an Händen und Füssen gekettet in den Duschraum gebracht werden musste.

Einzelhaft und Selbstmordgedanken

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Ron Adkins als Häftling
Er verbrachte 13 Jahre in Einzelhaft. Allein, mit Suizidgedanken und einer abgenutzten Bibel (die er zunächst nicht hatte lesen wollen) wandte er sich Gott zu. «Die Hälfte der Seiten fehlte, weil ich sie rausgerissen hatte, um Papierröllchen für Zigaretten zu fertigen. Einzig das Neue Testament war übriggeblieben.» Doch die Seiten, die übriggeblieben waren, lehrten Ron so viel über Gnade, Vergebung und Gottes Liebe, dass er die Gefängnis-Gang verliess und sich der Bibelgruppe anschloss. Er begann Kurse zu besuchen und blieb den Problemen fern.

Das erste Wunder: Freiheit

Adkins wuchs im Glauben. Nach einiger Zeit wurde bei ihm «gute Führung» festgestellt. 2012 erlebte er sein erstes Wunder. Sein Urteil wurde noch einmal durchgegangen. Eine frühere Bewährung wurde angesetzt, 80 Jahre vor der ersten, geplanten Förderfähigkeit im Jahr 2095. Nach etwas weniger als 20 Jahren Haft wurde er im Mai 2015 auf freien Fuss gesetzt. «Es war unbeschreiblich. Ich konnte kaum fassen, dass es real ist und ich aus den Toren hinausschritt.»

Er fand einen Job als Führer von schweren Geräten. In seiner Freizeit begann er, in christlichen Gemeinden und auf Justiz-Konferenzen seine Geschichte zu erzählen. Bei einer solchen Konferenz lernte er auch seine Frau, Dawn Knighton, kennen. Sie war früher ebenfalls Verbrecherin und ist heute als lizenzierte christliche Beraterin tätig.

Wiedersehen mit Richter

Eines Tages, als Adkins in einer Konferenz sass und einem Gastredner zuhörte, kam dieser ihm bekannt vor: Es war der Richter, der ihn zu fünf Mal 99 Jahren verurteilt hatte.
Richter Robert Newsom, der auch für «Christ for the Nations» arbeitet, wurde etwas nervös, als sich die beiden gegenüberstanden, da er nicht wusste, wie Ron Adkins reagieren würde. Newsom erinnert sich: «Ich fragte: 'Ist zwischen uns alles in Ordnung?' Da umarmte er mich innig.» Adkins sagt, dass er keinen Groll auf seinen Richter habe, im Gegenteil. Die beiden Männer begruben die Vergangenheit und bauten eine Beziehung auf dem gemeinsamen christlichen Glauben auf. «Ich war nie im Gefängnis und ich tat nie die Dinge, die Ron getan hatte. Doch auch ich bin ein Sünder, der durch die Gnade errettet ist», sagt Newsom. «Wir sind Brüder.»

Totes zum Leben gebracht

Inzwischen besuchen Adkins und seine Frau Dawn einmal pro Monat Richter Robert Newsom und seine Frau Robbie. «Gott liess eine Beziehung zwischen uns entstehen, die Newsoms sind wie Mutter und Vater für uns.» Und die aussergewöhnliche Geschichte beeinflusst auch die Gesellschaft. Ron und Dawn wurden dem lokalen Sheriff vorgestellt. Regelmässig gehen die beiden ins Gefängnis, um den Insassen ihre Geschichte zu erzählen. Dies wiederum verändere die Einstellung der Insassen in diesem Gefängnis, sagt Sheriff Lewis Tatum. Adkins: «Es sah einst aus, als würde ich im Gefängnis sterben. Doch Gott brachte Totes zum Leben.»

 

Zum Thema:
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Datum: 25.09.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / BCN / CBN

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