Pakistan

Den Opfern der Jahrhundertflut helfen

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Umer Hazrat und seine Familie im Wasser. Sie erreichen die Strasse und erhalten Hilfe.

Als die Dämme brachen, konnten sie nur noch ihre Kinder packen und rennen. Mir Akber Khans Familie hat die gesamte Existenzgrundlage in den Fluten verloren. Wie sie stehen Millionen von Menschen vor dem Nichts und kämpfen bei feuchtheissem Wetter gegen Hunger und Krankheiten.

Der Landarbeiter Umer Hazrat hat seine Hütte, seine Felder und das Vieh verloren. Das Wasser stieg so rasch, dass seine Frau gerade noch einige Haushaltutensilien in ein Tuch werfen konnte. Die Familie musste durch tiefes Wasser waten, um die rettende Strasse zu erreichen.

Verwüstete Dörfer

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Tausende Dörfer sind zerstört.
Der pakistanische Partner der Hilfsorganisation TearFund ist die Society for Safe Environment and Welfare of Agrarians in Pakistan (SSEWA). Ihre Mitarbeiter sind seit Wochen im Nordwesten bei Nowshera im Einsatz und helfen auch in der Provinz Sind, die der Indus überflutet.

Überschwemmungen bedrohen die betroffenen Menschen auf vielfältige Weise. In den ersten, oft heftigen Fluten ertrinken viele Menschen, besonders Kinder, die nicht die Kraft haben, sich festzuhalten. Tausende harren tagelang auf Hügeln, Hausdächern oder anderen kleinen «Inseln» inmitten des Wassers aus. Dort gibt es kaum Nahrung oder Trinkwasser, geschweige denn eine medizinische Versorgung für Verletzte.

Ernte zerstört

Fliesst das Wasser endlich ab, wird die Zerstörung sichtbar: meterhoher Schlamm über zerstörten Häusern und Feldern. Die Menschen verlieren bei Überschwemmungen meist ihr gesamtes Hab und Gut. Die Ernte ganzer Regionen wurde weggeschwemmt. Für Hilfsorganisationen ist es sehr schwierig, zu den Betroffenen zu gelangen. Dabei ist rasche Hilfe entscheidend.

Noch Mitte Juli hofften die Menschen in Pakistan auf Regen, der nach grosser Trockenheit eine gute Ernte bringen würde. Wenige Tage später wurden die ersten Dörfer überflutet. Nun sind von der Jahrhundertflut 20 Millionen Menschen betroffen, mehr als 10 Prozent der Bevölkerung des Landes. Viel Menschen waren tagelang ohne Nahrung und Trinkwasser. Kinder sterben an Hunger oder Durchfall.

Was Not tut

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Die Fluten haben sich ausgedehnt. Die Helfer kommen nicht nach.
In den ersten Tagen nach einer Katastrophe brauchen die Betroffenen vor allem Lebensmittel und Trinkwasser. Gleichzeitig verteilen Hilfsorganisationen nach Möglichkeit kulturell angepasste Hygiene- und Kochsets. Je nach Situation kommen Plastikplanen zum Schutz vor der Witterung, Decken und Medikamente dazu. Auch medizinische Versorgung ist nötig. Erste Cholera-Fälle wurden bestätigt – eine höchst gefährliche Bedrohung für Menschen in dreckigem Wasser.

Das Hilfswerk TearFund hilft in Pakistan seit Jahren durch die einheimische Partnerorganisation SSEWA. In der Nordwestprovinz erhielten 1100 Familien neben Nahrung auch Plastikplanen, Kocher, Teller, Tassen, Seife, Tücher und Desinfektionsmittel. Die Lebensmittelpakete enthalten Monatsrationen an Zucker, Reis, Mehl, Bohnen, Milchpulver, Öl. Ein solches Paket kostet rund 38 Franken. Es rettet Leben.

Tear Fund ruft zu Spenden auf, damit die Nothilfe weitergeführt werden kann.

Datum: 20.08.2010

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