Soziale Netzwerke

Was die «internetten Freunde» denken …

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«Das Internet hat einen Sog der Oberflächlichkeit, die, wenn wir nicht aufpassen, auch unser Verhältnis zu Gott und Menschen prägt.

In einer persönlichen Botschaft an junge Menschen hat der Leiter des Deutschen Jugendverbandes «Entschieden für Christus» (EC), Bundespfarrer Rudolf Westerheide, vor einer Überbewertung des Internet gewarnt. Wer ständig in ein Soziales Netzwerk schiele, dem könnte irgendwann wichtiger werden, was die «internetten Freunde» über einen denken, als was Gott über einen denkt.

«Das Internet ist eine Zeitvernichtungsmaschine ohnegleichen», warnt Westerheide in der neuen Ausgabe des EC-Magazins «Anruf». Dieses ist zum Titelthema «Virtuelles Leben – die neue Realität» erschienen. Westerheide plädiert für einen «bewussteren Umgang mit dem Internet». Denn: «Alles, was wir nicht einfach benutzen, sondern dem wir weitreichenden Einfluss auf unser Leben gewähren, kann uns irgendwann in einer Weise und in einem Mass bestimmen, das eigentlich Gott vorbehalten bleiben sollte.»

Hier stehe vor allem die junge Generation vor einer Herausforderung, «die so neu ist, dass wir noch nicht gelernt haben, damit umzugehen». Der EC-Bundespfarrer stellt fest: «Beim TV gibt es keinen Sendeschluss und durch die Flatrate ist das WWW in jeder Hinsicht grenzenlos. Darum müssen wir lernen, bewusst und konsequent Grenzen zu setzen und zwar im Blick auf die Inhalte, denen wir uns aussetzen.» Das Problem dabei sei nicht das Internet an sich, sondern «das Ausmass, in dem wir uns der Fremdbestimmung unserer Gedanken durch das Belanglose aussetzen». Westerheide rät daher dem Leser: «Darum bestimmte du die Zahl der täglichen Bildschirmstunden und halte dich daran, damit keine Community die Kontrolle über dein Leben übernimmt und damit zu einem Götzen wird.»

Wichtig wird, was Netzwerk-Freunde über einen denken

Der Theologe räumt ein: «Soziale Netzwerke sind gut.» Auch für Christen. Doch es bestehe die Gefahr, dass man bei übermässiger Internet-Nutzung «die Wirklichkeit nur noch gefiltert» wahrnehme und «nur scheinbar wirklich Anteil» nehme. Netzwerke wie «Facebook» könnten gefährlich werden, «wenn zum einen das Publikum, vor dem wir unser Leben aufführen, sehr viel grösser wird, und zum anderen dieses Publikum permanent und vernehmlich kommentiert, was wir reden, tun und lassen. Leicht richten wir unser Denken und unser Leben dann danach aus, was Zustimmung und Anerkennung bei Menschen findet.»

Westerheide hofft: «Vielleicht wirst du feststellen, dass du deinen internetten Freunden eine Rolle zugewiesen hast, die eigentlich Gott zukommen sollte. Vielleicht hast du ihre Wertmassstäbe übernommen und es ist dir wichtiger geworden, was diese über dich denken, als was Gott über dich denkt.»

Ausserdem fehle bei der Online-Kommunikation der «Geruch des wirklichen Lebens», und bei realen Gesprächen die Zwischentöne, die einen nachfragen lassen würden, «ob denn da nicht doch was drückt hinter der elektronischen Alles-ist-gut-Meldung», so Westerheide. «Wenn wir nicht aufpassen, gewöhnen wir uns daran, auch den Anspruch Gottes, wie er uns in der Bibel begegnet, bei Bedarf wegzuklicken und ein freundliches Fenster aufzumachen. Das Internet hat einen Sog der Oberflächlichkeit, die, wenn wir nicht aufpassen, dann auch unser Verhältnis zu Gott und Menschen prägt.»
 

Datum: 15.08.2010
Quelle: PRO Medienmagazin

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