Einkauf von Textilien

SBB wollen soziale Kriterien stärker achten

Eine Petition der Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» für faire Kleider zeigt Wirkung: Die SBB wollen zwar nicht der Fair Wear Foundation (FWF) beitreten, doch sie anerkennen die strengen Anforderungen der Non-Profit-Organisation und wollen die Kriterien stärker achten.

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Kampagne fordert: Die SBB soll der «Fair Wear Foundation» beitreten und beim Einkauf von Uniformen und anderen Textilien auf nachhaltige Produktion achten.

Die SBB sei bereit, beim Einkauf von Textilien noch stärker auf Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien zu achten, teilten die Hilfswerke am Montag, 17. November, mit. 18‘000 Personen hatten ihre Unterschrift unter die Petition gesetzt, die die Hilfswerke im Rahmen der diesjährigen ökumenischen Fastenkampagne lancierten. Mit der Bittschrift forderten die Hilfswerke die Bundesbahnen auf, sich stärker für faire Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion einzusetzen, indem sie sich der FWF anschliessen.

Soweit kommt es nun nicht. Die Konzernleitung der SBB habe im Gespräch mit den Hilfswerken gesagt, man wolle im Moment nicht der Organisation beitreten, sagte Stefan Salzmann von der Abteilung Entwicklungspolitik und Grundlagen bei Fastenopfer auf Anfrage gegenüber der Presseagentur Kipa. Das Unternehmen ziehe es vor, seine Energie «direkt in Verbesserungen des Beschaffungswesens zu investieren», so Salzmann.

FWF setzt strengere Anforderungen

Die SBB sind gemäss Mitteilung bereits Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI), die von Modemarken und Grosseinkäufern von Textilien getragen wird. Damit verpflichten sie sich, bei ihren Lieferanten Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen und Löhnen einzufordern. Es erfolge aber keine unabhängige Kontrolle, und Resultate müssten nicht veröffentlicht werden.

Im Vergleich dazu setze die FWF strengere Anforderungen, schreiben die Hilfswerke. Die Organisation beziehe sowohl Unternehmen, als auch Belegschaft und Gewerkschaften gleichermassen in die Kontrollverfahren ein. Dieser Ansatz gewährleiste «viel besser als rein unternehmenseigene Massnahmen, dass bei den Lieferanten und ihren Fabriken soziale Standards in der Produktion wirklich eingehalten werden».

Erster Schritt in richtige Richtung

Die Absage der SBB ist aus Sicht der Hilfswerke deshalb eine «leise Enttäuschung», heisst es in der Mitteilung. Dennoch werten die Hilfswerke die Petition als Erfolg. Obschon das Unternehmen nicht der FWF beitrete, anerkenne es deren strenge Anforderungen und wolle beim Einkauf von Textilien noch stärker auf Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien achten. «Künftig können sich auch Mitglieder der Fair Wear Foundation (FWF) bei Ausschreibungen der SBB für den Einkauf von Betriebskleidungen beteiligen – ohne dass sie der Zertifizierungsstelle und Überprüfungsinitiative BSCI beitreten oder von dieser geprüft werden müssen», zitiert die Mitteilung Erica van Doorn, Direktorin FWF. Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Zur Medienmitteilung der Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein»

Zum Thema
Uniformen fair produzieren - Hilfswerke überreichen Petition an SBB
Fairphone - Das Smartphone des reinen Gewissens

Datum: 18.11.2014
Quelle: Kipa

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