MuteMath in der Schweiz

Sag deinem Herz: Kopf hoch

Am 2. September 2017 waren massenweise Musikfans unterwegs, um einen umjubelten «Mega-Showstar» zu hören und ihm entgegen zu kreischen. Zur selben Zeit versammelten sich ein paar Dutzend Fans in einem kleinen Klub und erwarteten freudig-gespannt den Auftritt von MuteMath, die sich nach rund 10 Jahren wieder in der Schweiz blicken und hören liessen. Es war wie erwartet explosiv-kreativ.

Zoom
MuteMath bei einem Auftritt.
Das Konzert wurde mit «War» gestartet, um sich mit dem lockeren «Changes» in einer gemütlich groovigen Stimmung einzupendeln. Der Refrain mit «suffering from changes» (an Veränderungen leiden) passt zur Bandkonstellation, die einige schwierige Wechsel hinter sich hat.

MuteMath gibt es seit 2002. Sie hatten mit ihrem synthimässigrockigen Elektro-Stil schon bald auf dem Musiksender MTV für Furore gesorgt. Sie spielten Songs für mehrere Filmsoundtracks, wie zum Beispiel «Twilight» ein, waren Vorband von Linkin Park und hatten gemeinsame Projekte mit Twenty One Pilots oder der Trance-Legende Jason Ross.

Herzenslieder

«Noticed» ist ein weiteres Lied, das die Gefühlswelt beschreibt und in der Zeile endet: «I can't believe i never noticed my heart before – until you came.» (ich kann nicht glauben, dass ich vorher mein Herz nicht wahrnahm – bis du kamst). Wie schon der deutsche Xavier Naidoo meinte, können solche Aussagen jeweils auf Gott oder einen geliebten Menschen gemünzt sein. Der spirituell christliche Hintergrund der Band ist vorhanden, auch wenn nicht in jedem Liede das Wort Gott oder Jesus enthalten ist.

Aber auch das gibt's. So wird bei «Jesus reitend auf einem weissen Pferd» (übersetzt) das Bild aus der Offenbarung gemalt.

Zu den höchstkreativen MuteMath gehören auch kritische Töne, die auf persönliche und gesellschaftliche Krisen hinzielen. «Why don't you do a little more for jesus?» (weshalb tust du nicht ein bisschen mehr für Jesus?) im Lied «Bloodpressure» (Blutdruck) thematisiert die Hektik unserer Zeit.

Musik für Höhen und Tiefen

Also benutzt die Band durchaus beide Genres, das kritisch hinterfragende, wie auch das positiv motivierende. Was sie wiederum in guter Gesellschaft mit dem biblischen Über-Vorbild «David» weiss. Er, welcher auch über wunderschöne Höhen und todesbedrohliche Tiefen schrieb und sang.

Auch bei MuteMath gibt's die grosse Bühne, wo sie in den USA und anderen Ländern Riesen-Stadien mit ihren Konzerten füllen und begeisterte Massen mit ihren Sounds und energiegeladenen Shows bewegen; andererseits in Europa persönliche Auftritte, welche sie wie in der Schweiz mit ihrem Publikum teilen.

Leben wartet auf uns

Zur aktuellen Tour mit gleichnamigem Album «Playing Death» meint der kreative Kopf und Frontmann Paul Meany in einem Interview mit Joram Kaat in Utrecht: «Es geht im Wesentlichen um das Thema «Leben nach dem Tod» und zwar sowohl physisch, wie auch für Lebensphasen, in denen Dinge sterben, zu Ende gehen. Wir feiern diese Momente mit Glauben, auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist, dass Leben auf uns wartet – inspiriert durch meinen herrlichen Grossvater und auch im Blick auf das Aufwachsen meiner Tochter Amelia.»

Da schliesst sich der Kreis einer jenseitigen Welt mit Meanys vorheriger Band Earthsuite, die folgende Zeile in die Musikwelt sang: «Jesus riding on a white horse, with spare room for you and me, to fly - Jesus reitend auf einem weissen Pferd und es hat noch Raum zum Fliegen - für dich und mich.»

MuteMath, keine Band für Leute, die sich mit dem «Bummtschägg-Rhythmus» begnügen, jedoch für alle, die was Frisches, Innovatives entdecken möchten.

 

Zur Webseite:
MuteMath

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Datum: 06.09.2017
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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