Tochter eines lesbischen Paares

«Zwei Mütter ersetzen keinen Vater»

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Die US-Amerikanerin Heather Barwick wurde von zwei Müttern aufgezogen. In einem offenen Brief beschreibt sie, welche Wunden das in ihr hinterlassen hat und erklärt, warum sie sich gegen gleichgeschlechtliche Eltern stark macht.

Heather Barwick ist mit ihrem Mann glücklich verheiratet und Mutter von vier Kindern. Aufgewachsen ist sie allerdings in einer ganz anderen Konstellation: als Einzelkind mit ihrer Mutter und deren Partnerin.

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Heather Barwick
Jahrelang kämpfte sie für die Ehe von homosexuellen Paaren. Doch mit der Zeit hat sich ihre Meinung geändert. «Als ich aufwuchs und bis in meine 20er-Jahre habe ich die Schwulenehe unterstützt und dafür gekämpft. Aber jetzt, wo ich einen gewissen zeitlichen Abstand zu meiner Kindheit habe, überdenke ich meine Erlebnisse neu und auch die Langzeitkonsequenzen, welche das Aufwachsen mit gleichgeschlechtlichen Eltern auf mich hatte. Erst jetzt, wo ich jeden Tag beobachten kann, wie meine Kinder ihren Vater lieben und von ihm geliebt werden, erkenne ich die Schönheit und Weisheit der traditionellen Ehe und des Elternsein», schreibt Barwick in der Zeitschrift «The Federalist».

«Als kleines Mädchen wünschte ich mir verzweifelt einen Papa»

Die Frau aus South Carolina beschreibt in ihrem offenen Brief an die Gay-Community, wie schwer es für sie war, ohne einen Vater aufzuwachsen. Ihre leiblichen Eltern hatten sich scheiden lassen, als sie drei Jahre alt war, und nachdem sie mit ihrer Mutter und deren lesbischen Partnerin zusammengezogen war, hörte sie nichts mehr von ihrem Vater. «Ich war umgeben von Frauen, die sagten, dass sie keinen Mann brauchen oder möchten. Doch als kleines Mädchen wünschte ich mir verzweifelt einen Papa. Es war komisch und verwirrend, mit diesem tiefen, nicht zu stillenden Schmerz zu leben, während alle anderen sagten, dass ein Mann unnötig ist.»

Gleichgeschlechtliche Eltern würden ihren Kindern Vater oder Mutter vorenthalten und dabei erklären, dass das nicht schlimm sei, schreibt Heather Barwick. Sie habe die Partnerin ihrer Mutter geliebt, beide seien sehr gut zu ihr gewesen, und trotzdem, «eine weitere Mutter könnte niemals den Vater ersetzen, den ich verloren hatte.»

Ignoriert oder zum Feind erklärt

Dabei spricht die Mutter und Ehefrau für viele Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren, die zu grosse Angst davor haben, über ihre Schmerzen und Verletzungen zu reden. Scheidungskinder hätten das Recht, ihren Vater zu vermissen und über ihren Schmerz zu reden, Adoptivkinder könnten mit ihren Eltern über Schwierigkeiten oder gemischte Gefühle sprechen, aber Kindern von gleichgeschlechtlichen Paaren habe man dieses Recht entzogen. «Wenn wir sagen, dass wir innerlich verletzt sind, weil wir von gleichgeschlechtlichen Eltern aufgezogen wurden, werden wir entweder ignoriert oder zum Feind erklärt.»

Im offenen Brief betont Heather Barwick, dass sie nicht sagen möchte, dass Homosexuelle keine guten Eltern sein könnten. Und dass auch in Familien mit heterosexuellen Eltern nicht alles glatt laufe, sei ihr ebenfalls bewusst. Doch «im Grossen und Ganzen ist die beste und erfolgreichste Familienstruktur diejenige, in der die Kinder von Vater und Mutter grossgezogen werden.» Denn die Homo-Ehe definiere nicht nur das Konzept von Ehe ganz neu, sondern auch das Elternsein. «Es wirbt und normalisiert eine Familienstruktur, die uns etwas Wertvolles und Grundlegendes vorenthält.»

Barwicks offener Brief fällt in eine Zeit, in der die Diskussion über die angebrachteste Familienstruktur für Kinder wieder neu aufgeflammt ist. Vor einiger Zeit sprach sich auch das schwule Designerpaar Domenico Dolce und Stefano Gabbana dagegen aus, dass homosexuelle Paare Kinder grossziehen (Livenet berichtete). Daraufhin wurde eine Boykott-Kampagne gegen das Paar gestartet.

Zur Webseite:
Offener Brief von Heather Barwick

Zum Thema:
Dolce und Gabbana: «Du hast eine Mutter und einen Vater»
Deutschland: Streit über Adoptionsrecht für Homosexuelle

Adoption für schwule Eltern: Christliche Positionen im Gegenwind des Zeitgeistes

Datum: 31.07.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / The Federalist

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