Hoffnungsbarometer von «swissfuture»

Wie hast du's mit der Zukunft?

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Jahrelang wurde mit dem Sorgenbarometer der Gefühlspuls der Schweizer Bevölkerung gemessen, doch fürs Jahr 2018 ist bereits zum siebten Mal der Hoffnungsbarometer aufgetaucht. Klingt positiv und lässt mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Betrachten wir was dahintersteckt, wie es dazu kam und ein paar Fakten des aktuellen Barometers.

Im November 2017 wurde die Schweizer Bevölkerung zum 9. Mal in Folge befragt, welches ihre Wünsche, Hoffnungen und ihre persönliche Haltung gegenüber dem neuen Jahr sind. Insgesamt haben in der Schweiz 4'458 Personen die Umfrage komplett und korrekt ausgefüllt (ab 18-Jährig).

«Hoffnungsloser Optimismus»

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Grafik zu den persönlichen Hoffnungen für 2018
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Schweizerinnen und Schweizer durchschnittlich hoffnungsvoll ins neue Jahr starten, jedoch die Hoffnung auf sich selber und nicht auf Impulse von aussen setzen. Zum Beispiel werden Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft nur schwach als Hoffnungsträger bewertet.

«Swissfuture» bezeichnet das Ergebnis zum Jahr 2018 als «hoffnungslosen Optimismus». Und eine Mehrheit der Menschen vertritt ein positives Menschen- und Weltbild, was wiederum mit der positiven persönlichen Situation und einem erfüllten Leben zusammenhängt.

Weg von den Sorgen

Als 2009 die Idee eines Hoffnungsbarometers als breit angelegte, öffentliche Umfrage entstand, war dies eine private Initiative unter gleichgesinnten Freunden und Kollegen. Im Hintergrund stand der Eindruck, dass man sich in Europa, insbesondere in Deutschland und der Schweiz, hinsichtlich der Zukunft mehr mit Problemen, Risiken, Katastrophen, Sorgen und Ängsten als mit Chancen und Möglichkeiten zu beschäftigen schien.

Andreas Krafft, Vorstandsmitglied von swissfuture, erzählt aus der Gründungszeit: «Aus diesem Grund entstand 2009 die Idee, die bestehenden Sorgen- und Angstbarometer durch einen Hoffnungsbarometer zu ergänzen, um Hintergründe und Zusammenhänge einer positiven Zukunftseinstellung empirisch zu erforschen und in den Medien und der breiten Öffentlichkeit zu thematisieren.

Verwandte statt Vermögen

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Grafik zu den Hoffnungsträgern für 2018
Die persönlichen Hoffnungen für 2018, welche die Umfrageteilnehmer aufgrund ihrer Bedeutung bewerten konnten, zeigen eindeutig, dass die persönliche Gesundheit, eine glückliche Ehe, Familie und/oder Partnerschaft, ein harmonisches Leben, persönliche Unabhängigkeit, gute und vertrauensvolle Beziehungen mit anderen Menschen und eine sinnvolle und zufriedenstellende Aufgabe das Wichtigste für die Schweizer Bevölkerung sind. Traditionelle Ziele wie «Erfolg» und «mehr Geld» sowie auch die Suche nach Vergnügen und Genuss rücken immer mehr in den Hintergrund, was aber nicht heisst, dass sie unwichtig geworden wären.

Und worauf hofft Andreas Krafft persönlich? Auch er hoffe, im Jahr 2018 bei bester Gesundheit bleiben zu können, um die Aufgabe des Hoffnungsbarometers, die er von ganzem Herzen wahrnehme, weiterhin ausbauen und entwickeln zu können. «Im familiären Bereich hoffe ich, dass unsere Kinder die Schule erfolgreich absolvieren und dass meine Frau ihre persönlichen Aktivitäten vorantreiben kann. Harmonie im Leben erfahre ich durch eine enge Verbindung zu Gott, die ich auch in diesem Jahr weiter vertiefen möchte.»

Spiritualität für wenige eine Quelle der Hoffnung

Die drei spirituell-religiösen Aktivitäten «Ich vertraue auf Gott», «Ich bete, meditiere» und «Ich besuche eine Kirche, einen Tempel, einen Kraftort» wurden am niedrigsten bewertet, was bedeutet, dass nur wenige Menschen in diesen Aktivitäten eine Quelle von Hoffnung sehen. Ein Vergleich der Mittelwerte ergab, dass spirituell-religiös orientierte Aktivitäten mit dem Alter signifikant zunehmen und dass Frauen aller Altersklassen öfters beten, meditieren und auf Gott vertrauen als Männer.

Sind denn nun bekennende Christen aktive Hoffnungsträger? Oder inwiefern ist die Haltung «Nach uns die Sintflut» präsent? Durchschnittlich stützen sich also die SchweizerInnen auf sich selber und hegen Skepsis oder Misstrauen gegenüber Amtsträgern und öffentlichen Personen. Das widerspiegelt nicht von ungefähr den helvetischen Individualismus. Dennoch sind Beziehungen und Familie auch wichtig.

Bleibt zu hoffen, dass weiterhin ein hilfsbereites Miteinander gelebt und wertgeschätzt wird; und auch vermehrt entdeckt wird, dass Gott mehr zu bieten hat, als gemeinhin angenommen wird. Denn Gott sei dank ist der Mensch nicht auf sich alleine gestellt.

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Andreas Krafft
Zur Person:

Alter: 51
Familie: Verheiratet, 2 Kinder
Wohnort: Wittenbach (SG)
Beruf: Research Associate am Institut für Systemisches Management und Public Governance an der Universität St. Gallen, Vorstand bei swissfuture.
Hobbys: Ehrenamtliches Engagement bei einer Organisation zur Hilfe und Heilung auf geistigem Wege, insbesondere mit Aktivitäten in Lateinamerika.

Weitere Infos und der vollständige Hoffnungs-Barometer

Zum Thema:
Denkmal oder Bewegung?: Die EMK fragt nach der Zukunft
Hoffnungskonferenz: Hoffnung: Der Treibstoff für gelingendes Leben
Hoffnungsbarometer 2015: Die Schweiz hofft primär auf Harmonie im eigenen Privatleben

Datum: 11.01.2018
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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