Lernen von der Ameise

Ameisen entscheiden anders als Menschen

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Gemeinsame Entscheidungen ermöglichen Ameisen die beste Wahl.
Die Entscheidungsfindung in einer Gruppe von Ameisen ist rationaler als beim Menschen. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher.

Tests mit Ameisen haben gezeigt, dass deren Individuen bloss eine einzige Entscheidungsmöglichkeit besitzen. Der gesamten Ameisengruppe hilft diese Einschränkung jedoch dabei, ihre Entscheidungen zu optimieren und so die Fehlerquote für das Individuum zu minimieren.

Die Ergebnisse geben Einblick, wie kollektive Entscheidungen zustande kommen und sollen auch der Entwicklung künstlicher Intelligenz auf die Sprünge helfen.

«Die höhere Rationalität bei Ameisen kommt dadurch zustande, dass sich diese Tiere bei Entscheidung der gesamten Kolonie durch die Interaktionen zwischen vielen schlecht informierten Tieren organisieren», so Studienleiter Stephen Pratt. Die Biologen stellten einer Kolonie Ameisen die Aufgabe, aus zwei ähnlichen Optionen den besseren Nestplatz zu wählen.

«Rationalität bedeutet hier, dass Individuen mit dem grössten Erfolg auf ihrer Entscheidung beharren», erklärt der US-Forscher. Zur Maximierung ihrer Überlebensrate erstellen Tiere eine Rangliste von Optionen, was sowohl Nahrungsquellen als auch Geschlechtspartner oder Nistplätze betrifft.

Menschen entscheiden irrationaler

Irrational wäre es hingegen, die Reihenfolge der Optionen an verschiedenen Tagen zu ändern, ohne dass sich diese in ihrer Bedeutung für das Überleben geändert hätten. Dümmer als Ameisen sind wir Menschen zwar nicht, doch unsere Auswahl erfolgt gerade in schwierigen Entscheidungen oft nach irrationalen Kriterien.

«Menschen denken meist, es sei vorteilhaft, mehrere individuelle Optionen, Strategien und Zugangsweisen zu besitzen. Doch irrationale Fehler entstehen eher dann, wenn Individuen direkt zwischen Optionen vergleichen», so Pratt.

Vorbild für künstliche Intelligenz von Robotern

Künstliche Intelligenz halten die Forscher als eine mögliches Umsetzungsgebiet für ihre Erkenntnis, dass strategische Einschränkungen des Individuums der gesamten Gruppe beim Lösen einer gemeinsamen Aufgabe hilft.

«Eine Schlüsselidee der kollektiven Robotik ist, dass individuelle Roboter ruhig sehr einfach sein dürfen. Wird jedoch eine grössere Zahl solcher Roboter zusammengeschlossen, kann dies zu einem komplexen intelligenten Ergebnis führen, ohne dass eine komplexe zentrale Kontrollstelle nötig ist», so Pratt.

«Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!» Bei diesem Tipp aus der Bibel wird der Fleiss angesprochen. Anscheinend kann man von den Ameisen noch viel mehr lernen.

Datum: 05.10.2009
Quelle: pte online

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