Kirchenbund diskutiert über Managerlöhne
"Was verdient eigentlich euer Big Boss?" fragt ein Geschäftsmann, der vor der Himmelspforte auf einer Wolke vor Petrus steht. Die Karikatur im Zürcher "Tages-Anzeiger" hat einen seriösen Hintergrund: Der SEK hat eine Studie ausarbeiten lassen, die sich mit wirtschaftsethischen Aspekten der Managerlöhne befasst.
1,6 Millionen Franken sind genug
Verfasst haben die Studie Christoph Stückelberger, Leiter des Instituts für Theologie und Ethik des SEK, sowie die Ökonomin Hella Hoppe. Sie fordern darin eine Begrenzung der Spitzensaläre auf 1,6 Millionen Franken pro Jahr.
Die Zahl geht einerseits davon aus, dass ein Spitzenlohn das 40-Fache eines Mindestlohns nicht übersteigen sollte. Nimmt man als Vergleich den Magistratslohn eines Schweizer Bundesrates, so wäre dies der Faktor vier.
Das Autorenduo verweist auf die 80er-Jahre, als die Spanne von eins zu vierzig noch eingehalten wurde. Heute übersteigen die Spitzengehälter einfache Jahreslöhne um das 250- bis 500-Fache.
"Exzessive Spitzensaläre" und Boni-Systeme könnten sich Ruf schädigend auf die Firma auswirken, mahnt die Studie. Die Entschädigungen müssten transparenter erfolgen, insbesondere auch gegenüber den Aktionären.
Gier nach Geld ist krankhafte Sucht
Die SEK-Studie predigt nicht die Abkehr von materiellen Gütern, gibt aber zu bedenken, dass die Gier nach Geld die innere Freiheit einschränken könne: "Gier hat Suchtcharakter mit den Charakteristika der Suchtabhängigkeit." Selbstbeschränkung sei hingegen ein Zeichen für innere Freiheit.
Die Studie nimmt Diskussionen auf, die im Gesprächskreis Kirche-Wirtschaft des SEK geführt werden. An den Gesprächen haben laut "Tages-Anzeiger" auch Topmanager bedeutender Schweizer Firmen teilgenommen, der SEK nenne jedoch keine Namen.
Über Spitzensaläre wird der SEK auch am Weltwirtschaftsforum (WEF) am nächsten Donnerstag in Davos diskutieren. Das Open Forum als Parallelveranstaltung zum WEF ist öffentlich.
Webseite: www.sek.ch
Quelle: Kipa



