Handel mit "Blutdiamanten" unterbinden

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Interlaken. Rund 40 Länder haben in Interlaken ein verbindliches Kontrollsystem für "Blutdiamanten" verabschiedet. Ab 2003 sollen fälschungssichere Herkunftszertifikate verhindern, dass Diamanten aus Konfliktgebieten in den Handel kommen. Die zweitägige Ministerkonferenz wurde von der südafrikanischen Ministerin für Mineralien und Energie, Mlambo-Ngcuka, und von Bundesrat Couchepin geleitet.

Die strengere Kontrolle des internationalen Diamantenhandels soll verhindern, dass Rebellen oder Regierungstruppen in Bürgerkriegen wie bisher ihre bewaffneten Konflikte mit dem Erlös aus dem Verkauf von Rohdiamanten finanzieren können.

Die edlen Steine, die hierzulande Symbole für Ewigkeit und Liebe sind, gelten als wichtigste Finanzierungsquelle der bewaffneten Auseinandersetzungen in Kongo-Kinshasa, Sierra Leone und Angola. Der Umsatz der Konfliktdiamenten soll rund zwei Prozent der weltweiten Produktion betragen.

Ab 2003 nur noch in versiegelten Behältern transportierbar

Das Regelwerk besteht aus einer Reihe nationaler Gesetze der Unterzeichnerländer sowie aus den Selbstverpflichtungszusagen von Industrie und Handel. Ab 2003 können Diamanten nur noch in versiegelten Behältern aus dem Erzeuger- in die Importländer transportiert werden. Ein fälschungssicheres Zertifikat garantiert die saubere Herkunft der kostbaren Ware. Länder, die an diesem System nicht teilnehmen, sind vom internationalen Handel mit Rohdiamenten ausgeschlossen.

Das Kontrollregime wurde im Rahmen des "Kimberley-Prozesses" erarbeitet. Neben Vertretern aus den wichtigen Export- und Importländern war auch die Diamantenbranche an der Erarbeitung beteiligt. Der Prozess wurde von den Vereinten Nationen lanciert.

Die acht Nichtregierungsorganisationen, die den "Kimberley-Prozess" begleitet haben, begrüssten in einer ersten Stellungnahme die Lancierung des Zertifizierungssystems, äusserten aber Vorbehalte. Ohne eine Kontrolle durch unabhängige und transparente Überwachungsmassnahmen für alle Länder sei der "Kimberley-Prozess" gefährdet, missbraucht zu werden, machte etwa die Menschenrechtsorganisation Amnesty international geltend.

Datum: 07.11.2002
Quelle: Kipa

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