Kampf der Religionen als Spiel

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Absolutheitsanspruch der Religionen aufs Korn genommen.
Von wegen all die Bemühungen zu einem verstärkten Dialog unter den Religionen: Das Browser-Game «Faith Fighter» (Glaubenskrieger) wurde nach dem Motto «Genug Toleranz, jetzt tobt der Kampf der Religionen» programmiert.

Noch nie habe religiöser Hass so viel Spass gemacht, so ein erster zynischer Kommentar. Oder – «Bei Faith Fighter entscheidest Du, welcher unserer Gottheiten der wahre Herrscher auf diesem Planeten ist.»

Bei diesem Game schlüpft der Spieler in die Rolle von Jesus, Buddha oder Mohammed – und bekämpft die Gottheit der anderen Seite in Street-Fighter-Manier. Mit Rücksicht auf den Karikaturen-Streit wird auch eine zensierte Version angeboten, bei der Mohammeds Gesicht mit einem schwarzen Balken verdeckt ist.

Zum Finale des Kampfs der Religionen wartet eine Überraschung als Endgegner. Und was zum Schluss übrig bleibt, ist ein Gott auf einer Welt, die in Schutt und Asche liegt. Damit steckt doch ein bisschen Wahrheit in diesem Spiel.

In den letzten zehn Jahren haben sich Computer- und Videospiele zum globalen Massenphänomen entwickelt. Das haben Grosskonzerne und Werbetreibende, aber auch politische Akteure erkannt. Sie versuchen, mit entsprechenden Spielen für ihre Produkte zu werben. Diese Propaganda-Spiele stossen aber bei der Gamer-Gemeinde auf wenig Gegenliebe. Mehr noch: Freie Entwickler das italienische «Radical Games»-Kollektiv «Molleindustria» drehen den Spiess kurzerhand um. In ihren Games nehmen sie ungezügelten Kapitalismus, Grosskonzerne, Fastfood und gesellschaftliche Konventionen ins Visier.

Da macht man sogar vor religiösen Fragen nicht halt. Mit Faith Fighter wolle man die grossen Weltreligionen und deren Absolutheitsanspruch aufs Korn nehmen. Dabei würden die religiösen Figuren «in keinster Weise blossgestellt», beteuert Molleindustria-Gründer Paolo Pedercini etwas scheinheilig. Faith Fighter habe bis jetzt noch keine besondere Kontroverse ausgelöst.

Quellen: Zoomer/spiele.t-online/Livenet

Datum: 04.02.2009

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