Ist die SVP für "gute Christen nicht wählbar"?
Anlass dafür ist eine Aussage des Churer Weihbischofs Peter Henrici (77), der in einem Zeitungsinterview gesagt hatte, dass die SVP die einzige Partei sei, "die ein guter Christ nicht wählen kann".
„Gesellschaftspolitische Übereinstimmung“
Das an den Churer Bischof Amédée Grab in seiner Eigenschaft als SBK-Präsident adressierte Schreiben wurde von SVP-Generalsekretär Gregor Rutz (Bern) unterschrieben. Rutz bezeichnet sich selber als "gläubigen Katholiken und regelmässigen Kirchgänger". Für ihn sind die Aussagen Henricis unverständlich, wie er gegenüber der "NZZ am Sonntag" erläuterte. Denn die SVP sei doch just jene Partei, welche die gesellschaftspolitischen Ziele der katholischen Kirche "noch am ehesten" vertrete: "Die SVP getraut sich noch zu sagen, dass die Schweiz ein christliches Land ist."
„Politik unchristlich“
Weihbischof Peter Henrici will seine Aussagen nicht zurücknehmen Die Flüchtlings-, Asyl- und Ausländerpolitik der SVP sei von einer "absoluten Fremdenfeindlichkeit" und deshalb zutiefst unchristlich, liess er wissen, nachdem der Bündner SVP-Ständerat Christoffel Brändli ihn aufgefordert hatte, sich für seine "unsäglichen" und "diskriminierenden" Aussagen in der Churer Tageszeitung "Die Südostschweiz" zu entschuldigen.
"Was Bischof Henrici sagt, ist seine persönliche Meinung", erklärte der SBK-Informationsbeauftragte Mario Galgano. Henrici dürfe sich "wie jeder andere Bürger auch" zu politischen Fragen äussern.
Quelle: KIPA

