Muslime in Kanada
Imame unterstreichen Offenheit des Islam
38 kanadische Imame haben zum Beginn des Fastenmonats Ramadan extreme Strömungen des Islam verurteilt. «Wir glauben an friedliches Zusammenleben, Dialog, Brückenbau und Zusammenarbeit unter allen Religionsgemeinschaften und Menschen zum Wohl der Menschheit», heisst es in der Grundsatzerklärung.
Der Islam erlaube das Töten von Unschuldigen nicht, auch eine andere Religion oder Nationalität könne dies nicht Grund dafür sein. «Die Heiligkeit menschlichen Lebens steht über der Heiligkeit religiöser Gesetze.»
Die Imame des Kanadischen Imam-Rats halten die Gleichwertigkeit der Geschlechter (gender equity) und das Recht jedes Mannes und jeder Frau auf Bildung, Teilhabe an der Gesellschaft, Arbeit und würdige Behandlung fest. Kleiden sollen sich Musliminnen nach dem persönlichen Geschmack.
Dschihad nicht erwähnt
Tarek Fatah, der Gründer des Muslim Canadian Congress, befand, die Imame hätten eine Gelegenheit verpasst. Sie hätten nicht klar gemacht, dass Moschee und Staat getrennt sein müssten und dass in Moscheen nicht politisch agitiert werden dürfe, zitiert ihn die National Post. Vor allem werde der bewaffnete Dschihad in der Grundsatzerklärung nicht verurteilt. Ohne diese drei Punkte sei alles andere sinnlos, kritisierte Fatah. In Kanada gibt es Imame, die in Predigten dazu aufrufen, die Ungläubigen zu besiegen.
Zum Thema:
Die Erklärung der 38 Imame
Kritik an der Erklärung

