Lutherisches Archiv in Polen entdeckt

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Friedenskirche in Schweidnitz.
Im polnischen Swidnica (Schweidnitz) ist das grösste Historikern bekannte lutherische Archiv Polens entdeckt worden. In der Friedenskirche im Ort seien 8000 Bücher gefunden worden, die teils aus dem 17. Jahrhundert stammten, berichtete die Tageszeitung «Gazeta Wyborcza».

Zu den ältesten Funden gehöre eine Bibel aus dem Jahr 1630. Die Bücher und Dokumente seien bei umfangreichen Archivierungsmassnahmen aufgetaucht, sagte ein Mitarbeiter der Pfarrei der Friedenskirche. Neben Bibeln finden sich Notenschriften, Kirchenbücher und Denkschriften in den Kirchenräumen. Die Bestände der 1657 erbauten Friedenskirche sollen im Auftrag des polnischen Kulturministeriums digitalisiert werden. Die Friedenskirche im niederschlesischen Swidnica gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Eine Holzkirche für 7000 Personen

Die in den Jahren 1657 und 1658 erbaute Friedenskirche in Schweidnitz ist äusserlich ein anspruchsloser Fachwerkbau, steht aber im Inneren "in seiner architektonischen und malerischen Einwirkung einzig da. Es ist ein Akkord von feingetöntem Gold und Farben, ein Spiel von licht und Schatten in dieser malerisch empfundenen Architektur, in den prachtvoll geschnitzten Ornamenten, das das Auge bis in den letzten Winkel hinein fesselt."

Nur aus Holz erbaut, aber dennoch 7000 Gläubigen Platz bietend, ist diese Kirche mit ihren Emporen und Logen auch soziologisch interessant, da die Emporen und Logen den verschiedenen Ständen und Zünften gehörten, die selbst im lutherischen Gottesdienst ihre Eigenstellung betonten. Architektonisch fasziniert an der Friedenskirche in Schweidnitz die Durchschneidung des Längsschiffes durch das Querschiff, beeindruckend sind auch die vielen Anbauten.

Datum: 19.08.2009
Quelle: Epd

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