Kommentar

Umarmung oder Mahnfinger?

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Traurig und beschämend: 20 Tote bei der Loveparade, hunderte Verletzte ... und Christen, die verurteilen, anstatt genau jetzt diese tröstende Liebe von Gott zu zeigen!

Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig sich der Mensch geändert hat. Da schleppen fromme Menschen diese Frau zu Jesus, die sie beim Sex mit einem anderen Mann erwischt hatten (nachzulesen in der Bibel, Johannes, Kapitel 8). Nach gängigem Recht hätten man sie steinigen müssen. Aber Jesus spricht gar nicht das Problem der Frau an, sondern geht direkt auf das Problem der vermeintlich «Korrekten» ein.

Und das Rad der Zeit wiederholt sich. Fromme Menschen schleppen die Besucher der Loveparade zu Jesus, um die Thematik Sexualität, Alk und Drogen anzuprangern und zuzusehen, wie Jesus sie verurteilt. Aber Jesus würde genau gleich wieder auf die Frommen zeigen und fragen: «Ey - bist du wirklich in der Position, jetzt einen Stein zu schmeissen?»

Und dann konfrontiert ER die Frau, die man zu ihm gebracht hat, mit der Aufforderung, ihr Leben und ihren Lebenswandel zu verändern, ohne sie aber zu verurteilen. Wieso haben Christen oft das Gefühl, den Job von Jesus machen zu müssen? Als Christ habe ich den wunderbaren Auftrag, Menschen zu Jesus bringen zu dürfen. Die Frage ist immer: Bringe ich Menschen zu Jesus in der Hoffnung, dass er sie verurteilt, oder bringe ich sie zu ihm, weil ich möchte, dass seine vergebende Liebe ihr Herz überdeckt?

Es ist nicht die Aufgabe von uns Christen, die Ereignisse in Duisburg zu kritisieren und die Menschen mit erhobenem Zeigefinger zu ermahnen. Jesus hat die Ehebrecherin nicht verurteilt - wieso masse ich mir an, dies mit den Besuchern der Loveparade zu tun? Genau jetzt wäre es die richtige Zeit, das konträre Handeln von Jesus sichtbar werden zu lassen - eine Welt zu lieben, die ihn verurteilt hat. Da sind Menschen gestorben, da sind Familien und Freundeskreise, die Trost benötigen und verdienen.

Kriegen sie von dir den Mahnfinger oder eine zärtliche, tröstende Umarmung?

Datum: 29.07.2010
Autor: Andreas Boppart

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