Vor dem Papstbesuch
Londoner Busplakate fordern Priesterinnen
In London ist die Bus-Kampagne einer katholischen Lobbygruppe für die Priesterweihe von Frauen am 30. August angelaufen. Der Slogan «Papst Benedikt, weihe Frauen - jetzt!» sollen vier Wochen lang auf 15 roten Londoner Bussen zu sehen sein.
Mit der umgerechnet rund 23.000 Franken teuren Aktion will die «Catholic Women’s Ordination» (CWO) unter anderem die Aufmerksamkeit von Benedikt XVI. erlangen, der Mitte September zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Grossbritannien reist.
Versuche der Kirche, die Lobbyisten zum Schweigen zu bringen, treibe sie zu solch «extremen Massnahmen», wird CWO-Mitglied Pat Brown in den Medien zitiert. Man dürfe Debatten über die Frauenordination «nicht in Pfarrsälen halten», so Brown. Nach dem katholischen Kirchenrecht sind Weihen von Frauen zu Priesterinnen nicht erlaubt.
Gegen Grundverständnis ordinierten Priestertums
«Der Versuch, eine Frau zum Diakon, Priester oder Bischof zu weihen, geht gegen das Grundverständnis des ordinierten Priestertums in der katholischen Kirche und in den Ostkirchen», wird der stellvertretende Generalsekretär der Bischofskonferenz von England und Wales, Andrew Faley, zitiert.
Auch der Rektor des Londoner Allen-Hall-Priesterseminars, Stephen Wang, lehnt die neue Buskampagne ab. Die katholische Lehre zur Priesterweihe sei «kein Urteil über die Fähigkeiten und Rechte von Frauen», erklärte Wang am Montag. Die Stellvertretung Jesu sei jedoch geschlechtsspezifisch, und das Geschlecht sei «nicht nur ein Zufall». Wenn er einen Film über König Artus oder den Fussballer Wayne Rooney machte, wäre ja auch niemand überrascht, wenn er einen männlichen Schauspieler für die Rolle haben wolle, so Wang.
CWO versucht innerhalb der römisch-katholischen Kirche Änderungen zu erreichen. Die Organisation wird daher nicht an der grossen Demonstration gegen den Papstbesuch teilnehmen, die von einer Plattform, der Humanisten und Homosexuellenvertreter angehören, organisiert wird.
Quelle: Kipa

