Lutherischer Weltbund

Palästinensischer Bischof neu an der Spitze der Lutheraner

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Munib A. Younan, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche. (Foto: LWB/Erick Coll)
Munib A. Younan, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, ist am Samstag von der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart zum neuen Präsidenten gewählt worden.

Der palästinensische Bischof tritt an die Stelle des amerikanischen Bischofs Mark Hanson, der seit 2003 den LWB präsidierte. Younan war als einziger Kandidat angetreten und erhielt 300 Stimmen; 23 Delegierte legten ein Nein zu seiner Wahl ein, 37 enthielten sich der Stimme.

In der Predigt nach der Wahl rief Younan zum Gebet dafür auf, «dass die palästinensischen Christinnen und Christen nicht ihren Glauben verlieren und das Land verlassen». Christus habe in diesem Land gelebt und gewirkt, sagte er. «Wer könnte sich das Heilige Land ohne Christinnen und Christen vorstellen?» Seit Pfingsten hätten sie dort gelebt. «Und jetzt machen wir palästinensischen Christen und Christinnen weniger als 1,5 Prozent der Bevölkerung aus.»

Auswanderung stellt Existenz in Frage

Als Gründe für die Emigration nannte Younan politische Auseinandersetzungen, Mangel an Arbeitsplätzen und den zunehmenden politischen und religiösen Extremismus. «Trotz aller Schwierigkeiten hat das palästinensische Christentum 2000 Jahre überlebt. Wir haben niemals das Land regiert, wir waren niemals in der Mehrheit», fuhr Younan fort. «Wir haben keine grossen Besitztümer, keine Macht, kein Geld, keinen Einfluss - und dennoch haben wir überlebt.» Dies sei möglich gewesen, «weil wir den Tod und die Auferstehung unseres Herrn in unseren Leibern, unseren Seelen und in unserem Bewusstsein tragen.»

Der in Jerusalem geborene, 59-jährige Bischof ist Initiator zahlreicher Dialoginitiativen unter den drei monotheistischen Religionen in Palästina. Er hat leitende Positionen in verschiedenen lokalen ökumenischen und interreligiösen Gruppen inne. Christen sind nach Younans Überzeugung aufgerufen, allen Menschen zu dienen, ohne Ansehen von Geschlecht, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, religiöser oder politischer Ausrichtung. Als «Kinder des Lichts» - ein Ausdruck, der im Brief des Paulus an die Epheser steht - hätten sie für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung zu arbeiten, und «um Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu beseitigen».

Quelle: ref.ch / LWB
Datum: 26.07.2010

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