Kein Aprilscherz

Fussgängerstau auf Autobahn im Ruhrgebiet

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Stillstand auf der A40: Mehr als drei Millionen Menschen besuchten das Fest «Still leben». (Foto: Der Watz)
Still leben statt schnell fahren hiess es am vergangenen Sonntag, 18. Juli, im Ruhrgebiet. Auf der Autobahn A 40 zwischen Duisburg und Dortmund trafen sich Millionen von Menschen zu einem «Begegnungsfest der Alltagskulturen».

Mit rund drei Millionen Menschen versammelten sich auf dem 60 Kilometer langen Autobahnstück, mehr als doppelt so viele wie erwartet. Die Strasse war für den normalen Verkehr gesperrt. Stattdessen spazierten, radelten, assen und tanzten die Menschen dort. Auch die Kirchen waren vertreten.

Das «Begegnungsfest der Alltagskulturen» feierte sich die «Europäische Kulturhauptstadt 2010», das deutsche Ruhrgebiet. Die Aktion «Still leben Ruhrschnellweg» war einer der Höhepunkte dieses Festjahres.

Tausende von Gruppen, Initiativen, Kirchen, Firmen und Organisationen präsentierten sich am Strassenrand; streckenweise ging gar nichts mehr. «Fussgänger-Stau auf der A 40 - hätte nie geglaubt, dass ich das mal erlebe», meinte Klaus-Peter Hermes aus Bochum.

Auch der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buss, kam bei seiner Visite ins Schwitzen. Gemeinsam mit dem katholischen Bischof Franz-Josef Overbeck vom Bistum Essen und Vertretern anderer Religionsgemeinschaften brachte Buss die rollende Skulptur «Engel der Kulturen» in Bewegung - ein Zeichen für den interreligiösen Dialog.

Kirche «kriegt 'was gebacken»

Mehrere hundert Meter rollt der «Engel der Kulturen» über die Autobahn und bringt dabei immer wieder die Menschen zum Staunen. Über den zahlreichen Tischen der kirchlichen Gruppen und Organisationen schweben gelbe Ballons, bedruckt mit einem schwarzen Kirchturm samt Hahn. «So, wie ein Kirchturm schon von weitem sichtbar ist, wollten auch wir für die Besucher auf der A 40 erkennbar sein», erklärt eine Mitarbeiterin der Evangelischen Kirchengemeinde Heidhausen.

Eine andere Idee einer Gruppe aus dem Bistum Essen erweist sich als Renner. Sie beitet am «Tisch der Religionen» gebackene kleine Kirchen an. Das Gotteshaus mit Kirchturm kommt bei den Besuchern ausgezeichnet an. «Da sieht man doch, Kirche kriegt trotz aller Mängel auch mal 'was gebacken», schmunzelt ein 67-jähriger ehemaliger Bergmann.

Datum: 19.07.2010
Quelle: Epd

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