Findet man Jesus eher ausserhalb der Kirchen?

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John Bevere
Viele Prediger und Fernseh-Evangelisten Amerikas reden von einer Erweckung (viele Menschen die Christen werden), die angeblich Amerika erfasst, berichten Fred Jackson und Allie Martin von "Agape Press". Doch kommt "die Erweckung" vielleicht ganz anders als erwartet?

Findet dieser „Aufbruch“ innerhalb oder etwa ausserhalb der Kirchen statt? Anhand einer neuen Forschungsstudie von Kirchenforscher George Barna (USA) wird klar, dass - für viele völlig undenkbar! - das an traditionelle Kirchenformen gebundene Christentum hier für eine Erweckung eher hinderlich als förderlich zu sein scheint.

In seiner Forschungsarbeit belegt die Barna Research Group beispielsweise, dass sich die Anzahl der Erwachsenen in den USA, die nicht länger zur Kirche gehen, seit dem Jahr 1991 fast verdoppelt hat. Waren es 1991 noch 39 Millionen, sind es heute 75 Millionen, mit 92% Zuwachs fast eine Verdoppelung. Während die erwachsene Bevölkerung im selben Zeitraum um 15% wuchs, hat sich die Zahl derer, die sich von den Kirchen abwenden, fast verdoppelt.

Hauptsächlich, so Barna, sind es die Männer, die die Reihen der Unkirchlichen mit 55% anführen. Und: Während etwa die Hälfte aller Kirchgänger in den USA angeben, Jesus Christus als Herrn und Erretter angenommen zu haben", haben diesen Schritt 12,5 Millionen Menschen, ein Sechstel all derjenigen, die nicht länger zur Kirche gehen, ebenfalls getan.

Gott kennen - nicht nur von ihm gehört haben

Ein Evangelist aus Colorado Springs geht davon aus, dass viele Christen keine echte, enge Beziehung mit Gott leben. Autor John Bevere ruft Christen dazu auf, sich nicht mit einem trockenen Christentum abspeisen zu lassen, das zwar von Gott weiss, aber Gott nicht persönlich kennt. Bevere weist darauf hin, dass die mangelnden authentischen Vorbilder sowie die Hauptbetonungen in den amerikanischen Kirchen - materieller Besitz, Unterhaltung und feel-good worship, "Wohlfühl-Anbetung" - unter anderem dazu geführt haben, dass Christen es verlernt haben, Gott zu fürchten, ihm gehorsam zu sein und ein falsches Bild von wahrer Anbetung zu haben.

"Out-of-Church Christians" - kirchenloses Christentum

Amerika scheint hier kein Einzelfall zu sein. David Barrett, Autor der „World Christian Encyclopedia“, schätzt, dass es bereits etwa 112 Millionen "kirchenlose Christen" weltweit gibt - bereits 5% aller derjenigen, die sich Christen nennen. David Barrett geht davon aus, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2025 verdoppeln wird.

"Warum verlassen Zehntausende von Gott hingegebene Christen die Kirchen? Ist es 'eine Bewegung'? Was verursacht dieses weltweite Phänomen?" fragte sich der neuseeländische Autor Andrew Storm, der im März 2003 in einer Radiosendung in Neuseeland das Problem erwähnte und dazu ein kurzes E-Mail verfasste. Auf die Reaktion war er nicht gefasst. "Ich wurde absolut überschwemmt mit Mails von Gott hingegebenen Christen, die Jesus lieben und ihre Kirchen verlassen haben - und zwar aus aller Welt!" Sein bisher nur im Internet verfügbares Buch zum Themas "The Out-of-Church Christians" (siehe Internetadresse unten) ist zu einem Geheimtip für Christen geworden, die zunächst dachten, ihr Wunsch, Jesus ausserhalb der verfassten Kirchen nachzufolgen, sei nicht normal und sie stünden mit ihrer Entscheidung ganz alleine da.

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"Gerade die Leiter gehen"

Der neuseeländische Pastor Alan Jamieson, Autor des Buches "A Churchless Faith", studiert dieses Phänomen seit Jahren. Zu seiner Überraschung sind diejenigen, die aus Glaubensgründen die Kirchen verlassen, keineswegs normale Kirchgänger: 94% der inzwischen kirchenlosen Christen, die er interviewte, waren Leiter und Verantwortliche, also etwa Diakone, Älteste, Sonntagsschullehrer - und 40% von ihnen waren einmal vollzeitlich tätige christliche Leiter.

Viele der Befragten gaben an, dass sie diesen Schritt weg von der eigenen Kirche nicht taten, weil sie ihren Glauben verloren hatten, sondern gerade, weil sie ihn nicht verlieren wollten. Für Menschen, die nicht über den Tellerrand des traditionellen kirchlich orientierten Christentums hinaussehen können oder wollen, ist diese Bewegung beunruhigend oder gar beängstigend.

Vielleicht aber ist dies eine der spannendsten, vom Heiligen Geist initiierten Entwicklungen der heutigen Zeit. Mit Sicherheit wird es die Kirchenlandschaft nachhaltig verändern. Denn wenn heute gerade die Leiter gehen: Was werden morgen die "Nachfolger" tun?

Andrew Storms Buch: http://homepages.ihug.co.nz/~revival/00-Out-Of-Church.html
Webseite: www.barna.org

Quelle: Freitagsfax/Barna research Group

Datum: 29.05.2004

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