Iran beschuldigt leitende Bahá’i der Israel-Spionage
Die Bahá’i-Gemeinschaft wurde im 19. Jahrhundert gegründet; sie verbindet Lehren verschiedener Religionen und hat ein Heiligtum im israelischen Haifa. Bei den sieben inhaftierten Männern und Frauen (im Bild von links: Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Behrouz Tavakkoli, Vahid Tizfahm, Mahvash Sabet) handelt es sich um die Koordinierungsgruppe der Bahá’i, die eine Art "Notverwaltung" der über 300‘000 iranischen Bahá'í zu führen versuchte – stets mit Kenntnis der iranischen Regierung.
Über acht Monate warteten die Gefangenen auf die Anklage. In dieser Zeit wurde den Inhaftierten jeglicher Kontakt zu ihrer Anwältin, der Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi verwehrt. Nachdem Ebadi den Fall übernommen hatte, wurde sie zur Zielscheibe zahlreicher Einschüchterungsversuche. Das Gerücht wurde in Umlauf gesetzt, Ebadis Tochter sei angeblich zum Bahá’i-Glauben übergetreten und habe damit die ganze Familie dem Zorn der schariatreuen Muslime ausgesetzt. Dies hatte Morddrohungen gegen Ebadi und ihre Tochter zur Folge.
Die Unterstellung der "Spionage" dient seit den 1930er Jahren der Verfolgung der Bahá'í in Iran. Man diffamierte sie nacheinander als "Werkzeuge" der russischen, der britischen oder amerikanischen Expansionspolitik, nun werden sie als "Instrument des Zionismus" verunglimpft. Derzeit sind etwa 30 Bahá’í in Haft.
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Quelle: IGFM

