Tempo 130
EKD dringt auf Tempolimit zum Klimaschutz
Im Appell bekräftigt die EKD-Synode ihre Absage an die Kernenergie. Am Atom-Ausstieg müsse festgehalten, der Vertrieb von Technologien für Kernenergie in Europa und weltweit gestoppt werden. Die Synode, die am Mittwoch zu Ende ging, befasste sich mit dem Schwerpunkt «Klimawandel - Wasserwandel - Lebenswandel».
Weniger Emissionen
Die EKD fordert, die Endlagersuche für nukleare Abfälle auf alternative Standorte auszuweiten und vorrangig erneuerbare Energien zu fördern. Landeskirchen und Kirchengemeinden sollen sich um eine Verringerung der CO2-Emissionen um 25 Prozent bis 2015 - gemessen am Jahr 2005 – bemühen. Notwendig seien flächendeckend Programme zum Umwelt- und Energiemanagement. Für alle kirchlichen Einrichtungen soll eine effiziente Energienutzung angestrebt werden.
Wasser als Menschenrecht
Auf internationaler Ebene braucht es der Synode zufolge Instrumente, die das Menschenrecht auf Zugang zu Wasser festschreiben. «Grundsätzlich muss mit Wasser sorgsam umgegangen werden», wird empfohlen. In dem Umwelt-Appell tritt die EKD-Synode zudem für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Für das globale ökologische Gleichgewicht und das Wohlergehen künftiger Generationen sei die biologische Vielfalt entscheidend.[Synode-Beschluss für eine Kundgebung zum Klimawandel]
Vorerst keine Einbussen durch Finanzkrise
Weiter verabschiedete die EKD-Synode das Budget 2009 mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 171 Millionen Euro, auf dem Niveau des laufenden Jahres. Grösster Ausgabeposten ist die kirchliche Entwicklungshilfe mit 45,5 Millionen Euro. Mit knapp 13 Millionen Euro werden die deutschen evangelischen Auslandsgemeinden unterstützt. Die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit und Publizistik der EKD betragen ebenfalls 13 Millionen Euro.
Die Krise an den Kapitalmärkten bedrohe die finanzielle der EKD nicht unmittelbar, sagte EKD-Finanzchef Thomas Begrich am Rand der Synode: «Wir leben nicht vom Anlagegeschäft.» Für den internen Reformprozess gibt die EKD rund zwei Millionen Euro pro Jahr aus. Für das „Wachsen gegen den Trend“ brauche die evangelische Kirche einen langen Atem. Geduld sei nötig, um zu sehen, wann Gott Früchte aus den Anstrengungen im Reformprozesses wachsen lasse, sagte Begrich.
Die Landeskirchen schrumpfen weiter
Laut einer EKD-Statistik ist die Zahl der Austritte von 119‘561 im Jahr 2005 auf 121‘598 im Jahr 2006 gestiegen. 2007 verlor die EKD insgesamt 207‘000 Mitglieder. Der Schwund (mehr Todesfälle als Geburten, Austritte, Migration) scheint weiterzugehen. Zwischen 1997 und 2007 mussten die Kirchen der EKD einen Mitgliederrückgang von 9,2 Prozent hinnehmen; das sind rund 2,5 Millionen Personen.Verlierer waren auch im vergangenen Jahr vor allem die Landeskirchen im Osten. Die prozentual schwersten Verluste in den evangelischen Kirchen im Westen mussten die bremische (minus 1,9 Prozent), die braunschweigische (minus 1,4 Prozent) und die lippische (minus 1,3 Prozent) hinnehmen.
Links zum Thema:
Alle Infos von der EKD-Synode
Bericht des Rates der EKD an die Synode
EKD für die nachhaltige Nutzung von Biomasse
Quelle: Livenet / EKD, idea



