Kommentar

Kulturbruch

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Der Entscheid der britischen Aufsichtsbehörde, dass auch eine katholische Organisation keine zureichenden Gründe hat, homosexuelle Paare als Adoptiveltern abzulehnen, gibt in mehreren Hinsichten zu denken.

Letzte katholische Adoptionsvermittlung vor dem Aus

Er zeigt an: Dass die Forderung nach der Nicht-Diskriminierung homosexueller Lebensstile in westlichen Ländern erfüllt worden ist, genügt Schwulen- und Lesben-Organisationen nicht. Sie überstrapazieren den Grundsatz der Gleichbehandlung, wenn sie fordern, Homo-Paare seien beim Adoptionswunsch wie heterosexuelle Ehepaare zu behandeln.

Und dies nicht nur im Vereinigten Königreich. In der Schweiz will eine Petition die «Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Elternrechte und Adoption». (Der vor der Abstimmung 2005 übers Partnerschaftsgesetz erklärte Verzicht auf ebendiese Forderungen erweist sich als taktischer – was der Demokratie schadet.)

Was immer Schwule und Lesben an Partnerschaft gestalten – sie können als Paare keinem Kind Vater und Mutter sein.

In Staaten wie Grossbritannien, die der «les-bi-schwulen» Agenda nachgeben, kommt das natürliche (und ungeschriebene, weil bisher selbstverständliche) Recht des Kindes auf Vater und Mutter unter die Räder. Wie kommt der Chef der britischen Behörde, die die Aufsicht über Hilfswerke führt, zur Begründung des Entscheids auch das Kindeswohl anzuführen? Das Kindeswohl, das zuoberst stehe…

Hier geschieht ein Kulturbruch. Zum Grundlegenden der menschlichen Zivilisation gehört, dass das Kind seine Identität im Raum entwickelt, den die geschlechtliche Polarität der Eltern aufspannt. Die biologische Komplementarität, das Zueinander von Mann und Frau, ist die Voraussetzung für die Zeugung; sie gibt auch den Rahmen für die Entwicklung des Kindes. Das Recht hat dies zu berücksichtigen.

In westlichen, durch die Aufklärung geprägten und säkularisierten Ländern haben Organisationen der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen, die unter dem Kürzel LGBT geeint lobbieren, viel erreicht. Der jüngste Entscheid in Grossbritannien zeigt auf, wohin das Nachgeben der Politik führt: Es genügt den LGBT-Kreisen nicht, dass schwule und lesbische Paare adoptieren können – darüber hinaus soll jeder, der Adoptivkinder vermittelt, juristisch gezwungen werden, solche Paare gleich wie Ehepaare zu behandeln. Auch Christen, deren religiöse Überzeugung und Menschenbild dies ausschliesst.

Damit wendet sich die LGBT-Agenda gegen das grundlegende Menschenrecht, die Gewissens- und Religionsfreiheit. Sie verneint gleich lange Spiesse für die, die Kinder nach christlichen Prinzipien an Adoptiveltern vermitteln. Sie würgt gemeinnützige Sozialarbeit ab – und diskriminiert.


Quelle: Livenet / Daily Telegraph

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