Lucio – auf dem Weg zu Brasiliens 6.-WM-Titel?

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Lucio freut sich über den DFB-Pokal.
Lucio. 2006 Meister mit Bayern München. Reiht er auch noch den WM-Titel dazu? Der Weltmeister von 2002 im Gespräch:

Hattest du früher ein Idol?
Im Fussball hatte ich nur ein Idol, Carlos Dunga. Eine ziemlich verrückte WM, die er mit seinen Jungs 1994 gewann. Erstmals seit 24 Jahren stand eine brasilianische Nationalmannschaft wieder in einem WM-Finale.

Und dann habt ihr so Lust auf diesen schönen WM-Pokal bekommen, dass ihr seitdem durchgehend bis heute im WM-Finale standet?
Ja, ich erinnere mich noch sehr gut an das WM-Finale 2002 und unseren wunderschönen Sieg über Deutschland. (lächelt verschmitzt). Man sieht sich immer zweimal im Leben!

Wie bist du persönlich zum Glauben an Gott gekommen?
Ich bin durch meine Mama zum Glauben gekommen. Sie hat mir einfach erzählt und auch vorgelebt, wie sehr Gott die Menschen liebt. Ich habe mich dann später in Porto Alegre auch taufen lassen, um meinen Glauben öffentlich zu bezeugen. In meiner Jugend hatte ich ein prägendes Erlebnis. In Brasilien gibt es unglaublich viele Supertalente im Fussball. Da muss schon etwas ganz Verrücktes passieren, damit man entdeckt wird oder in dieser Flut von Talenten überhaupt eine Chance bekommt, sich zu zeigen. Aber ich habe daran geglaubt und an diesem Ziel im Gebet festgehalten. Und Gott hat es mir eines Tages tatsächlich ermöglicht, dass ich bei International Porto Alegre eine Chance zum Trainieren bekam.

Bist du eigentlich bibelfest?
In der Bibel zu lesen ist für mich Entspannung pur. Aber auch Motivation, mich zu verbessern. In der Bibel finde ich Trost und Geborgenheit durch die faszinierenden Geschichten über Gottes Liebe. Angefangen zu lesen habe ich damals bei uns in der Kirche, da gab's immer eine spannende Bibelschule, wo man sehr viel lernen konnte.

Gibt es eine spezielle Lieblings-Passage?

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Lucio erkämpft sich den Ball eines Gaucho (Argentiniers).
Meine Lieblingsverse sind Epheser 6,10 und Psalm 91, weil sie mir die Liebe und den Schutz zeigen, die Gott für uns hat.

Du bist ja in relativ kurzer Zeit extrem erfolgreich geworden. Musst du dich eigentlich manchmal zwicken, damit du von diesem Traum aufwachst?
Ich habe tatsächlich nie damit gerechnet, eines Tages in den Reihen der Selecao zu stehen. Ich hab zwar immer davon geträumt, aber meine ganze Karriere bis heute ist eigentlich ein riesen Überraschungs-Geschenk von Gott, das kann ich gar nicht anders ausdrücken.

Welche Spiele wirst du nie vergessen?
Eins meiner wichtigsten Spiele war natürlich das WM-Finale 2002 gegen Deutschland. Mein wichtigstes Tor schoss ich im Spiel Leverkusen- Liverpool. Beim Stand von 3:2 für uns wäre Liverpool mit diesem Ergebnis für das Halbfinale der Champions League qualifiziert gewesen, trotz unserer Führung. Doch dann habe ich in der 85. Minute das erlösende 4:2 geschossen, ein Wahnsinns-Spiel! Später verloren wir ja recht unglücklich das Champions League-Finale gegen Real Madrid, das werde ich leider auch nie vergessen.

Manche Reporter nennen dich ja aufgrund deiner Spielweise "Das Tier". Wie kommt es, dass du so "Jekyll and Hide"-mässig zwei verschiedene Gesichter hast, auf dem Platz das Tier, privat aber so ruhig?

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Lucio mit Bastian Schweinsteiger, deutscher Nationalspieler und Team-Kollege bei Bayern München.
Wenn ich auf dem Platz bin, muss ich einfach immer gewinnen, das war schon als Kind bei mir so, vielleicht hat es deswegen den Anschein, durch meine "tierisch" harte, aber immer auch faire Spielweise.

Und wenn du dann doch verlierst, wie gehst du damit um?
Sicher hat jeder einmal schwierige Zeiten, wo man auch schwach ist, aber ich habe Gott noch nie vergessen.

Bei mir ist es dann so: Ich gehe zuerst zu Gott, bete und bitte ihn, dass er mir Geduld schenkt und viel Glauben. Denn Gott gibt jedem die Kraft, seine Sachen gut zu erledigen, wenn man ihn nur darum bittet, weil der Herr grossartig ist.
Auch als Christ hatte und habe ich schwierige Zeiten, als ich mir zum Beispiel 2002 den Fuss gebrochen habe, das war sehr schlimm für mich. Ich habe auch schwierige Zeiten, wenn die Mannschaft nicht gewinnt, aber ich bin jetzt bei Weitem ruhiger als früher, weil einige Dinge in meinem Leben geschehen sind, durch die mir Gott beigebracht hat, Geduld zu haben. Ohne Gott hätte ich nun wirklich keine Geduld.

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Lucio, Rhonaldino mit dem WM-Pokal 2002.
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Trautes Heim: Lucio und seine Familie.

Zum Thema:
Hier blickt Lucio auf sein Leben und den WM-Titel 2002
WM-Magazin: www.jesus.ch/wm06/

Quelle: www.fussball-gott.com

Datum: 01.07.2006

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