«Global Christian Forum»

Katholiken, Evangelikale und Pfingstler trafen sich erstmals bei Genf

In Bossey bei Genf fand zum ersten Mal eine gemeinsame Tagung von Führungspersönlichkeiten des Weltkirchenrats (ÖRK), des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, der «World Evangelical Alliance» (WEA) und des «Pentecostal World Fellowship» (PWF) statt.

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Global Christian Forum in Bossey
Das Bossey-Treffen wollte laut ÖRK die weitere Arbeit des «Global Christian Forum» (GCF) bestimmen. Das 1998 auf Anregung des damaligen ÖRK-Generalsekretärs Konrad Raiser entstandene GCF soll eine Plattform der Begegnung aller Kirchen, einschlieslich der besonders stark wachsenden evangelikalen und Pfingstkirchen, sein.

Bisher skeptische Pfingstkirchen

Evangelikale und Pfingstchristen, denen weltweit fast 700 Millionen Gläubige zugerechnet werden, waren bis vor kurzem der klassischen ökumenischen Bewegung skeptisch bis ablehnend gegenübergestanden. Mit dem GCF wurde laut eines Berichts der Agentur KNA ein bisher durchaus erfolgversprechender Versuch gestartet, ein neues Forum für Begegnung und Gespräch der weltweiten Christenheit zu schaffen.

Bei der Tagung in Bossey ging es laut ÖRK vor allem um die Frage, was seit 1998 erreicht worden ist und welche Schritte im Hinblick auf «grössere Einheit in Christus» die nächsten sein sollen. Zudem wurden das nächste Treffen des internationalen Komitees des GCF (8. bis 13. Februar 2018 in Taizé) und die nächste GCF-Weltversammlung in Bogota (20. bis 23. April 2018) vorbesprochen.

Ermutigende Bilanz

ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit sagte nach der Tagung in Bossey, man sei sich einig gewesen, dass das GCF schon bisher positive Auswirkungen gehabt habe. Sehr intensiv sei die Frage diskutiert worden, wie die verschiedenen «Instrumente der Suche nach christlicher Einheit» einander ergänzen können. Der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurienbischof Brian Farrell, sprach davon, dass die Tagung alle Teilnehmenden ermutigt habe, auf dem eingeschlagenen «Pfad der Verständigung und der Zusammenarbeit» voranzuschreiten. Der Generalsekretär der «World Evangelical Alliance», Bischof Efraim Tendero, betonte, dass das GCF die Christen «im Geist des Glaubens» zusammenführe, «um einander aufzubauen».

Das Global Christian Forum

GCF-Sekretär Larry Miller erinnerte daran, dass 1998 – ebenfalls in Bossey – erstmals der Aufruf zur Gründung eines «Global Christian Forum» artikuliert wurde. 19 Jahre später sei es eine Tatsache, dass die katholische Kirche, der Weltkirchenrat, die «World Evangelical Alliance» und das «Pentecostal World Fellowship» bereit seien, in einem gemeinsamen Forum Hand in Hand zu arbeiten. Diese Kirchen würden «miteinander fast die gesamte Weltchristenheit» repräsentieren, so Miller.

Zum Thema:
Schweiz. Evangelische Allianz: Keine Berührungsängste mit Katholiken
«Brückenschlag für Ökumene»: Pilgerweg für Protestanten zu Luther-Gedenkjahr
Schwierig, aber möglich: Wenn sich orthodoxe und evangelische Christen treffen

Datum: 02.06.2017
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet / kna

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