Brückeneinsturz überlebt

«Im Rückspiegel war aber keiner mehr»

Mitten im Abendverkehr brach in Minneapolis die Brücke Interstate 35W zusammen. Dreizehn Menschen riss sie mit in den Tod. Michele war die Letzte, die mit ihrem Auto der fallenden Brücke entkommen konnte.

Michele McLane erzählt bei CBN ihr Erleben. (Fotos: TV-Bilder)

Sie habe an jenem 1. August 2007 etwas lange gearbeitet, sagt Michele McLane. «Wie jeden Tag bin ich auf die Brücke gefahren. Da hörte ich einen grossen Lärm. Ich hab gedacht: Haben wir nun wirklich ein Erdbeben in Minnesota?» Doch es sollte schlimmer kommen. «Vor mir taten sich die Risse auf, und hinter mir begann die Brücke zusammenzufallen.»

Im nächsten Augenblick gab auch die Strasse unter Michele nach. «Ich dachte: Okay, ich falle. Ich werde auf dem Wasser aufschlagen. Was tue ich dann?» Ein zweiter Gedanke von ihr: «Das war’s nun!» Mit all der Angst, dem Lärm und dem Chaos um sie herum habe sie zu Gott geschrien: «Bring mich hier raus, Hilfe!»

Hinter ihr war keiner mehr

In dem Moment habe Gott ihr alle Furcht genommen. «Da war sofortig ein Frieden in mir, und er hat gesagt: Michele, dein Fuss ist immer noch auf dem Gaspedal. Los!» Da habe sie realisiert, dass dem tatsächlich so ist, und habe ein wenig Gas gegeben. «Das hat mich wohl im richtigen Winkel gehalten», erzählt sie. Sie konnte von der Brücke herunterfahren.

Dann hielt sie an, schaute in den Rückspiegel und schrie: «Come on! Jemand soll noch kommen, da muss noch jemand sein!» Da erst realisierte sie, dass niemand mehr kommt. «Ich war die Letzte gewesen.»

13 Menschen starben bei dem Unglück, 145 wurden verletzt. In den Tagen nach der Tragödie versammelten sich die Stadtbewohner unter Schock, um der Opfer zu gedenken. Michele verfasste für die Hinterbliebenen einen handgeschriebenen Brief.

Michele lässt das Unglück Revue passieren.

Ein Frieden

Sie berichtet darin all denen von Jesus, die ihn noch nicht kennen, «damit sie sehen, dass da ein Frieden ist. Ich wusste, wo ich mich anlehnen konnte. Woran lehnten sich die anderen Menschen? Wo suchten sie nach Hoffnung und Trost?»

Bitterkeit verspüre sie nicht, auch wolle sie keine Schuld zuweisen, sagt Michele: «Es war ein Unfall, niemand hat das vorsätzlich getan.» Aber sie sei froh, den Grund für den Einsturz zu kennen. Es war ein Konstruktionsfehler der Ingenieure, die Brücke war 1967 in Betrieb genommen worden.

Das Wesentliche

Es sei ganz normal, dass man sich anfangs fragt, warum man selber überlebt habe. «Aber dann man kommt zum Punkt, wo man realisiert, dass die Zeit noch nicht gekommen war. Darum kann man das Ganze einfach loslassen, es dem Herrn übergeben und weitergehen.»

Sie fahre seitdem wieder dieselbe Strecke. «Es ist zwar noch etwas Traumatisches da, aber ich lehne es ab, in Furcht zu leben.» Davon wolle sie sich nicht bestimmen lassen. «Das ist nicht das, was Gott will.»

Ihr Glaube an Gott und der Besuch einer Gruppentherapie habe sie stärker gemacht, und da sie dem Tod so nahe gewesen war, schätze sie das Wertvollste im Leben umso mehr: «Den Frieden, der alles Verstehen übersteigt, wirst du nicht finden, wenn du nicht Jesus Christus dein ganzes Vertrauen schenkst.» Dieser Frieden trage einen. Man spüre ihn – gerade dann, wenn man bereit sei, diese Erde zu verlassen.

Michele vor einer Brücke.

Zum Thema:
Hier schildert Michele ihr Erleben auf CBN

Diesen Frieden finden:
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Jesus erfahren – probieren Sie es aus!
Wie man Christ wird
Beten tut gut!


Quelle: Jesus.ch / CBM

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