Jeanette Macchi-Meier: Mit der Heirat hat sie eine neue Identität angenommen

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Jeanette Macchi-Meier
Coiffeuse, Lastwagenchauffeuse, Sängerin, Moderatorin einer Erotiksendung – Jeanette Macchi-Meier war rebellisch und desorientiert. Heute habe ihr Leben Sinn und Ziel. Eine Begegnung mit der Moderatorin von «Fenster zum Sonntag».

Die Fernsehkameras zeigen dem Zuschauer die schönsten Frauen – die Crème de la Crème, wohlgeformt, wohlgenormt, blond, brunett und einfach hübsch. Eines haben die Frauen gemeinsam: Sie sind Anwärterinnen auf den Titel der «Miss-Schweiz». Der Kalender zeigt das Jahr 1995.

Unter den Schönsten

Jeanette Meier ist eine von diesen Frauen. Sie wird nicht als Schönste erkoren, aber als Sängerin entdeckt. Was sie als Kind vor dem Spiegel übte und in ihren kühnen Träumen lebte, wird zur Realität: Sie tourt mit der Band «E-Rotic» in der Welt herum, moderiert bei «Star-TV» die gleichnamige Sendung. «E-Rotic»: Der Name ist Programm. Jeannette Macchi-Meier betont, dass die Sendung sehr viel Stil hatte und nicht «schmuddelig» daher kam. Trotzdem: Wohl nicht gerade die Sendung, von der Eltern sich wünschen, dass ihre Tochter sie moderiert!

Seither steht sie immer wieder im Rampenlicht. Das Licht der Scheinwerfer ist das gleiche geblieben. Das Leben der mediengewandten Frau aber hat sich total verändert!

Das Kreuz an der Wand

Ein unauffälliges Mehrfamilienhaus im Zürcher Unterland trägt die gesuchte Nummer. Hier, in diesem Haus, ist Jeanette Macchi-Meier aufgewachsen. Seit ihrer Heirat im Jahre 2003 bewohnt die 31-jährige Frau mit ihrem 33-jährigen Ehemann Patrick den Dachstock ihres Elternhauses. Der Wohnbereich ist dezent und modern eingerichtet, die Farbe Weiss dominiert. An der Wand hängt unübersehbar ein rustikales Holzkreuz.
Jeanette Macchi- Meier trägt aus Überzeugung den Familiennamen ihres Mannes. «Für mich ist das Ausdruck dafür, dass ich mit der Heirat eine neue Identität angenommen habe. Mein Mann und ich sind Eins geworden», erklärt die hübsche Ehefrau.

Rebellischer Teenie

Aufgewachsen in einer gesunden, starken Familie, nahm Jeanette Macchi-Meier eine grosse Portion an Sensibilität für Beziehungen mit. Trotzdem sagt sie rückblickend von ihrem Leben als Teenager: «Ich log und war rebellisch, auch gerade meinen Eltern gegenüber. Ich hatte keine Vision, kein Ziel für mein Leben.»
Bemerkenswert, dass diese Lebefrau erst mit 21 Jahren ihre erste Beziehung zu einem Mann hatte. «Für mich war klar: Beziehungen sind grundsätzlich wertvoll. Gerade auch das Ausleben der Sexualität kam für mich nur in einer stabilen, ernsthaften Partnerschaft in Frage.»

Geschlossene Hintertüre

In der Zeit, bevor Jeanette Macchi-Meier Christ wurde, war sie fünf Jahre mit demselben Mann zusammen. Vier Jahre lebten sie zusammen. «Es war eine positive, harmonische Zeit», sinniert sie. «Heute jedoch weiss ich, dass Gott gerade das Geschenk der Sexualität für die Ehe bestimmt hat.» Sie ist davon überzeugt, dass Beziehungen, in denen die Verbindlichkeit der Ehe ausgeklammert wird, letztlich ihren Sinn und Wert verlieren. Es drehe sich alles ums Ego, man wolle sich selber verwirklichen und behalte die Hintertüre offen.

Jeanette und Patrick Macchi-Meier haben diese Türe bewusst zugemacht. Sie haben vereinbart: Scheidung ist keine Option! «Mit dieser Einstellung packt ein Paar Konflikte anders an. Es ist bestrebt, eine gesunde Streitkultur zu erlernen», ist die Zürcherin überzeugt.

Keine Handy-Nummer

Nach anfänglichem «Solo-Christsein» ist Jeanette Macchi-Meier in der Freikirche ICF heimisch geworden. Dort trifft sie in der Silvesternacht 2001/02 ihren zukünftigen Ehemann. Patrick Macchi ist zufälliger Besucher. Bei ihm funkt es sofort. Sie aber weiss aus Erfahrung, dass eine Beziehung ohne gemeinsame Leidenschaft für Jesus nur Leiden schafft und Kompromisse nach sich zieht. Das will sie nicht. So gibt sie bei dieser ersten Begegnung aus Prinzip ihre Handy-Nummer nicht preis. Patrick Macchi weiss sowieso, welcher blonden Frau er da gegenüber steht.

Ungelesene und unbeantwortete E-Mails auf beiden Seiten, dann die Bekehrung des Verliebten. Ganze drei Monate dauert es, bis sich die Beiden wieder treffen. Für Jeanette Macchi-Meier steht in ihrem Herzen fest: «Mit diesem Mann will Gott mich beschenken!» Sie erinnert sich, wie es ihr heiss und kalt wurde, wie sie Gott loben konnte für das gefundene, passende Puzzleteil.

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Die «neue» Moderatorin

Was diese pfiffige Frau anpackt, das tut sie zu 100 Prozent. So erstaunt es wenig, dass sie zwei Jahre für ein intensives Bibelstudium investiert. Ihr Bibellehrer macht sie darauf aufmerksam, dass die christliche Fernsehsendung «Fenster zum Sonntag» eine Moderatorin sucht. Die Anstellung von Jeanette Macchi-Meier mit ihrer ausschweifenden Vergangenheit stösst bei einigen auf harten Widerstand und Unverständnis. Heute beweist die versierte Moderatorin regelmässig, dass es ihr mit ihrer Hingabe an Gott ernst ist.

Für sie ist das 60-Prozent-Pensum bei «Fenster zum Sonntag» (www.sonntag.ch) ein Traumjob. Gerade was die Zusammenarbeit im Team anbelangt, bringt die aufgestellte Frau zum Schwärmen. «Ich schätze die Wertachtung, die man sich hier entgegen bringt. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander.»

In den Sendungen werden Menschen porträtiert, die Gottes verändernde Kraft selber erlebt haben. Jeanette Macchi-Meier bezeichnet es als «leichtes Evangelium», das den Zuhörern vermittle: Gott ist persönlich erfahrbar. Die Professionalität der Arbeit der erfolgreichen Moderatorin und ihrer Kollegen überzeugt sogar Skeptiker.

Herzenswünsche

Hübsch, erfolgreich und glücklich verheiratet – hat man da überhaupt noch Wünsche offen? Ja, die habe sie! Aber kein Wunsch, den eine Fee erfüllen sollte, sondern einer, den Gott Jeanette Macchi-Meier und ihrem Ehemann aufs Herz gelegt hat. Patrick ist einer der Piloten, der nach dem Swissair-Grounding seinen Job verloren hat. Den Traum vom Fliegen hat er noch – wunderbar, wenn damit Menschen geholfen werden kann! Macchis haben Kontakt zur fliegenden Missionsgesellschaft «Mission Aviation Fellowship» (MAF) in Nairobi geknüpft. Noch sei die Zeit dafür nicht ganz reif, aber Wünsche brauchen manchmal Zeit zum Reifen… Ein anderer Wunsch von Jeannette Macchi-Meier geht vielleicht schneller in Erfüllung: Sie hätte in ihrer Sendung gern einmal Nella Martinetti zu Gast. Die sagt von sich, dass sie nicht mehr glauben könne. «Gut zu wissen, dass Gott auch prominente Herzen ansprechen und verändern kann!»

Jeanette Macchi-Meier wurde nie zur Miss-Schweiz gekrönt. Diese Niederlage wurde aber durch die Krönung ihres Lebens mehr als aufgewogen: Gott hat sie gefunden und ihr Leben zu seiner Ehre umgekrempelt!

Autorin: Helena Gysin

Datum: 09.05.2005
Quelle: Chrischona Magazin

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Menschsein bedeutet, sich von Zeit zu Zeit auf Neues einlassen zu müssen. Für die einen ist das spannend, sie lieben das Abenteuer, das Entdecken und Auskundschaften. Für andere ist es eher anstrengend, sich auf Unbekanntes einzustellen.

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