Claudio Minder: Claudio wird Astronaut - Claudio Minder - die Serie (16. Folge)
Der Grund: Im Lauf dieser Woche musste jeder Kandidat seinen geplanten Finalpart einmal vorführen. Das Prozedere dauerte zwanzig Minuten, dabei wurden die Mikrophone und Kameras positioniert. Auf meine Probe hin erhoben aber Organisatoren wie TV-Leute Einsprache und rieten mir von dieser Darbietung ab. Mit anderen Worten: Bis zur letzten Woche hatte ich das Falsche eingeübt!
Geplant hatte ich eine Talkrunde. Ich wäre als Mr. Schweiz aufgetreten, und ein Moderator hätte mich interviewt. Der Haken an der Sache: In derselben Talkrunde tritt noch ein Astronaut auf, und der Moderator verwechselt mich mit dem. Er meint also, ich sei der Astronaut. Er stellte mir die Fragen, die auf den Astronauten zugeschnitten waren. Entsprechend dann die Reaktionen auf beiden Seiten: Der Moderator musste denken: "Ist das ein Penner", und der Mr. Schweiz: "Ist der selber blöd oder nur seine Fragen?"
Bis die Verwechslung aufgedeckt wird, hätte es eine Menge witziger Wortspielereien gegeben. Zum Beispiel sollte mich der Moderator zu meiner Arbeit befragen: "Welches ist die höchste Entfernung von der Erde, in der sie je gearbeitet haben?" Ich antworte: "Mein Büro ist im fünften Stock. Dort." Darauf er leicht irritiert: "Haben sie denn nie Angst, Sie könnten nicht wieder zurückkehren, weil vielleicht etwas kaputtgeht?" Antwort: "Also, wenn der Lift aussteigt, habe ich immer noch die Treppe und das Treppenhaus." Oder er wollte wissen, welches die höchste Beschleunigung ist, die ich je erlebt habe. "Nun, bei meinem Renault Clio fahre ich die 0 auf 100 wenn's sein muss unter 10 Sekunden. Das kann einen ordentlich in den Sitz drücken."
Bei diesem Stück hätten wir am Wahlabend immer so herrlich aneinander vorbeigeredet; jeder Satz ein Highlight! Ein Kollege aus Basel inszenierte dieses Stück mit mir. Er fand es in einem Buch mit Vorschlägen für verschiedene Theaterstücke.
Die Organisatoren der Mister-Wahlen witterten bei diesen Wortspielen aber ein Problem: "Wenn die Leute auch nur ein Schlüsselwort verpassen, rauscht die ganze Pointe an ihnen vorbei, und sie müssen die nächste Frage abwarten." Nachts um zehn seien die Leute zu müde, um meinem Theater zu folgen. "Die wollen nur noch zuhören und zuschauen, aber nicht mehr konzentriert und nicht beides über längere Zeit. Sie wollen eine Show sehen, kein Theater." Ich sollte mir etwas Neues einfallen lassen. - Zwei Leute halfen mir dabei: Sybille Marti - die später bei Tele 24 meine Chefin werden sollte - und die Choreographin Grazia Covré.
Aufgezeichnet von Daniel Gerber
Gold in Sicht
Claudio Minder im Forum
Zum Start der Serie Claudio Minder: www.livenet.ch/www/index.php/D/article/14/8721/
Webseite: www.claudiominder.ch


