Fontis-Buchtipp

Was die Schweiz im Innersten zusammenhält

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Matterhorn
Der 1. August ist für Schweizer ein Grund zur Freude; am Nationalfeiertag wird die Gründung der Schweiz gefeiert. Kurt Beutler beschreibt in seinem Buch «Die Schweiz und ihr Geheimnis» unter anderem, warum dieses kleine Land in der Mitte Europas so besonders ist und warum Gott in der Geschichte von Heidi eigentlich eine grosse Rolle spielt.

Die Schweiz ist für vieles bekannt: für ihre Neutralität und ihre Sonderstellung in Europa, für aromatischen Käse und zartschmelzende Schokolade, für die Alpen und den Gotthardtunnel, für Alp-Öhi und Heidi. Auf letztere geht Kurt Beutler in seinem Buch gleich zu Beginn ein. Er porträtiert die wohl berühmteste Schweizerin: Heidi. Das Buch ist das bekannteste der Schweizer Literatur und hat eine Gesamtauflage von sage und schreibe 50 Millionen Exemplaren erreicht. Dass diese Geschichte aber eine göttliche Komponente hat, wird in vielen Büchern und Filmen ignoriert.

Der verschwiegene Gott in «Heidi»

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Kurt Beutler
Kurt Beutler schreibt dazu: «Viele Seiten lang wird Gott im Heidi-Buch gar nicht erwähnt. Und doch wird er mit dem Fortgang der Handlung zunehmend wichtiger. Ohne ihn hätte die Geschichte trotz aller positiven Entwicklungen kein derart tiefgreifendes Happy End. Überschäumende Freude erlebt Heidi bei ihrer Rückkehr nicht nur beim Anblick der wunderschönen Berge und der im Abendrot aufflammenden Felshörner mit dem Schneefeld, sondern vielmehr noch beim Danken dafür, dass ihre Rückkehr dem Handeln des lieben Gottes zuzuschreiben sei und dass dieser «alles noch viel, viel schöner gemacht habe, als sie es je gewusst» habe. An zentralen Stellen wird der Glaube eingeflochten. Heidi liest die Geschichte vom verlorenen Sohn dem Alpöhi vor, der zwar wenig darauf antwortet, aber zutiefst davon berührt wird. Er erkennt sich als verlorenen Sohn, hatte er doch in seiner Jugend beim Spiel sein ganzes Erbe verjubelt und seine eigenen Eltern mit Kummer ins Grab gebracht. An dieser Geschichte zerbricht seine jahrzehntelange Überzeugung, dass es für ihn keine Vergebung und kein Zurück geben könne. Tief berührend wird sein erster Gang zur Kirche und seine Versöhnung mit den Dorfbewohnern geschildert.»

Hinter den Kulissen der Schweizer Geschichte

Kurt Beutler blickt in seinem Buch hinter die Kulissen der Schweizer Geschichte und porträtiert bekannte Schweizer Persönlichkeiten. Dabei geht er auch der Identität seines Landes auf den Grund, beschäftigt sich mit dem Gesicht und der Seele der Schweiz. Im weiteren Verlauf von «Die Schweiz und ihr Geheimnis» werden weitere historische Persönlichkeiten vorgestellt, die die Schweiz geprägt haben: zum Beispiel Henry Dunant (Gründer des Roten Kreuzes), Huldrych Zwingli (Reformator), Frère Roger (Gründer der ökumenischen Bruderschaft Taizé) oder Karl Barth (Kirchenvater des 20. Jahrhunderts). Kurt Beutler ist selbst überrascht, «wie die Geschichte der Schweiz und ihre weltberühmten Persönlichkeiten verschiedene Aspekte der biblischen Botschaft beleuchten».

Der Eid – ein Versprechen, an das Gott sich hält

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Cover von «Die Schweiz un ihr Geheimnis»
«Was ist das Geheimnis der Schweiz?» ist eine der spannendsten, vielleicht sogar die spannendste Frage des Buches. Auch darauf gibt Kurt Beutler eine Antwort. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es hat mir dem Eid zu tun, den sich die drei Urkantone schworen.

«In dem Bund verpflichteten sie sich nicht nur dazu, einander gegen fremde Einflussnahme und gegen Unrecht zu helfen, sondern auch dazu, innere Streitigkeiten zu schlichten, mit Verbrechern gleich umzugehen und, was ganz besonders aufhorchen lässt, keine fremden Richter zu dulden, die ihr Amt gekauft haben», erklärt Kurt Beutler. «Eide sind in der Geschichte nicht selten. Die Schweizer sind aber vielleicht die Einzigen, die sich selber je als 'Eidgenossen' bezeichneten. Damit wird betont, wie wichtig unsere Vorfahren diesen Eid nahmen. Sie beabsichtigten offensichtlich nicht nur ein Bündnis zur Verteidigung gegen aussen, sondern sie erkannten zugleich auch die inneren Gefahren. Sie wollten eine gerechte Gemeinschaft aufbauen, in der jeder eine Chance haben sollte. Als eine der Wurzeln des Übels erkannten sie bestechliche Richter. Das ist wirklich revolutionär, vor allem wenn man bedenkt, in welcher Kultur sie lebten. Damals waren ja nicht nur weltliche, sondern häufig sogar kirchliche Ämter käuflich. Bis zum heutigen Tag ist Korruption der Grund für das Scheitern vieler Regierungen und die Armut ganzer Erdteile. Und da finden wir in jenem Urvertrag der Eidgenossen, der nur wenige Paragrafen enthielt, ganz zentral die Bestimmung, keine fremden oder käuflichen Richter zu dulden. Besonders wirksam war diese Abmachung ganz bestimmt deswegen, weil sie eben nicht von oben befohlen wurde, sondern sich das ganze Volk unter Eid dazu verpflichtete.»

Eine Liebeserklärung an die Schweiz

«Die Schweiz und ihr Geheimnis» ist eine moderne Liebeserklärung an die Schweiz. Ein überaus interessantes Buch über die Schweizer Geschichte, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Und eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln. Ein Buch, das zusammenfasst, was eine ganze Nation im Tiefsten zusammenhält.

«Alles begann ganz unscheinbar, mit einem Bund in einem versteckten Bergtal. Und man kann nur staunen, wie ernst Gott diesen Bund genommen hat, und zwar so sehr, dass sich das, was darin geschrieben war, gegen alle Wahrscheinlichkeit nach Jahrhunderten sozusagen von selbst haargenau verwirklicht hat. Jener Bund hat unvorstellbare Konsequenzen, so dass die Schweiz ein überaus gesegnetes Land wurde und bis heute ein einzigartiges verblüffendes politisches System hat, über das sogar wir Schweizer selbst staunen.» (Kurt Beutler)

Über den Autor

Kurt Beutler kennt sich mit der Schweiz bestens aus – schliesslich ist er selbst Schweizer. Er studierte in Bern und London evangelische Theologie und arbeitete als Pastor in Bern. Nach mehreren Aufenthalten in Japan, Ägypten und im Libanon ist er nun interkultureller Berater bei MEOS in Zürich. Er ist ausserdem Autor mehrerer Bücher.

Zum Buch:
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Zum Thema:
Buchtipp: Held der eigenen Geschichte werden
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Datum: 31.07.2017
Autor: Elisabeth Schoft
Quelle: Livenet / Fontis

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