Der Ferienort Rasa – mein Arbeitsplatz

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Miriam Siegrist, 22 (rechts)
Die einen kommen für einen Kurs oder für die Ferien. Die andern geniessen es etwas länger – und arbeiten dabei. Aussicht auf Erholung und Neuorientierung haben sie beide, Gäste wie Saison-Mitarbeiter, dort hinten im Tessiner Bergdorf Rasa. Hier der Bericht einer Mitarbeiterin.

Es gibt Leute, die kommen einmal nach Rasa und finden es schön, aber ein bisschen zu abgelegen. Andere kehren immer wieder zurück. Ich gehöre wohl zu Letzteren. Vor knapp drei Jahren kam ich zum ersten Mal mit einem VBG-Neujahr-Lager für junge Leute hierher.* Als ich an jenem kalten Dezembertag in der Centovalli-Bahn die engen Kehren des Tales hinauffuhr, hatte ich noch nicht die leiseste Ahnung, dass ich diesen Weg noch viele Male nehmen würde, zuerst für verschiedenste Lager, dann für einen Einsatz im Saisonteam.

Konstruktive Pause

Ernsthaft über einen Einsatz nachzudenken begann ich erst vor einigen Monaten. Eine Wiederanstellung als Primarlehrerin an meinem bisherigen Arbeitsort war aufgrund zusammengestrichener Pensen nicht möglich. Nach einigem Hin- und Herüberlegen entschied ich mich, nach den Sommerferien nicht gleich wieder auf meinem Beruf zu arbeiten, sondern eine Pause einzulegen, alles nochmals zu überdenken und mich vielleicht neu zu orientieren. Zusätzlich motiviert durch Berichte von ehemaligen Saisonmitarbeitern, entschloss ich mich für eine Bewerbung in Rasa.

Seit knapp zwei Monaten arbeite ich nun in der Hauswirtschaft und in der Küche des Campo mit. Die Arbeit im Gästebetrieb ist vorwiegend praktisch, etwas, das für mich anfänglich fremd war. Von einem Tag auf den andern wechselte ich die Rolle. Aus der Lehrerin wurde eine Lernende.

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Casa Rocca

Einsam an der Spitze

Lehrerin sein ist ein sehr menschenbezogener Beruf, und dennoch ist man letztlich Einzelkämpferin. Man führt, leitet, lehrt und erzieht, kommuniziert mit Kindern und Eltern. Man muss die Fäden in der Hand halten, agieren und oft auch schnell reagieren, ohne jemanden vorher um Rat fragen zu können. Einsame Stunden mit dem Vorbereitungsheft auf dem Pult, beim Korrigieren oder am Computer gehören ebenso selbstverständlich zu diesem Beruf.

Hier in Rasa hingegen arbeite ich selten alleine. Das bedeutet, dass man sich aufeinander einstellen und trotzdem eine sinnvolle Aufgabenteilung finden muss. Aber man wird mit Fragen nicht allein gelassen wird und trägt die Verantwortung nicht nur als einzelne. Auch schwierige Situationen versucht man gemeinsam zu bewältigen.

Gott neu begegnen

Wir Saisonmitarbeiter/innen bewohnen gemeinsam das "Casa Forno". Ich geniesse es, nicht mehr alleine zu leben und zu arbeiten. Dennoch stelle ich immer wieder fest, dass ich auch stille Zeiten brauche. Sie sind wichtig, damit ich zur Ruhe kommen und Gott begegnen kann. In den letzten beiden Monaten lernte ich wieder neu, innezuhalten, auf Ihn zu hören und bewusster zu beten, am Morgen, am Abend oder einfach zwischendurch.

Arbeiten, Leben und Glauben sind hier im Campo miteinander verknüpft. Diese Verbindung, hoffe ich, werde ich auch in meinen Alltag mitnehmen, der mich dann anderswo wieder erwartet. Ich möchte diese Nähe zu Gott nicht mehr verlieren und weiter mit Ihm den Weg gehen – wohin er auch führen mag.

Infos zu den Einsatzmöglichkeiten im Campo Rasa:
www.camporasa.ch

* VBG: „Vereinigte Bibelgruppen in Schule, Beruf und Universität“; www.vbg.ch

Autorin: Miriam Siegrist

Datum: 05.11.2004
Quelle: revolution-one.ch

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