Rockiger Gospel aus dem hohen Norden
Häufig in der Schweiz zu Gast, traten die Osloer am 1. Dezember 2006 zum erstenmal in Winterthur auf. Die im Juni eröffnete Parkarena der „Gemeinde von Christen Chile Hegi“ bot ihnen den passenden grossen Saal. Fast alle 1200 Plätze waren besetzt, als die Nordländer – 16 SängerInnen und vier Musiker – loslegten. Die meisten Songs vor der Pause entstammten der neuen, Anfang 2006 in Montreux aufgenommenen CD „This is the Day“.
Message
Tore W. Aas, Gründer, Dirigent und Spiritus Rector des quicklebendigen Ensembles, gab in seinen Liedansagen durch, was ihn zum Schreiben der Songs motiviert: Hoffnung auf die
Begegnung mit Jesus, der wiederkommt – Freude über das Wirken von Gottes Geist, der neu macht und Lasten wegnimmt – Sehnen nach Frieden. Und er machte klar, welche Message seinen Chor beseelt: dass Gott durch Jesus Christus die Menschen retten will.Oslo Groove
Klartext vom Dirigenten, ausgefeilte Arrangements, begeisternde Solisten und der bekannte Groove – der Chor machte seinem Ruf alle Ehre. Dem Schreibenden und anderen Besuchern fuhr zwischendurch der Sound, mit dem die Band (Pauke) die Stimmen bedrängte, unangenehm ein. Nach rockigen Titeln stieg das Ensemble bei ‚Eternal Sunshine’ auf Reggae um, und dann durfte der zum Zehnjahrjubiläum 1998 geschriebene Hit ‚Celebrate’ nicht fehlen. ‚Bridge Over Troubled Water’ wurde mit voller Lautstärke abgeschlossen.
Begeisterung
Nach der Pause der Kontrast: Die Zwillinge Ingelin und Hildegun betraten die Bühne allein und verzauberten den Saal mit zwei feinen, versponnenen Songs. Wie Band und Chor zurückkamen, wurde es Weihnachten. Das altersmässig stark gemischte Publikum, zu Beginn mehrfach zum Klatschen animiert, ging mit zunehmender Begeisterung mit. Ein Solo von Hans-Esben Gihle, weitere Songs, das obligate „Oh Happy Day“ und das gemeinsame „Amen“ rundeten das reiche Menu ab.Das internationale Renommée macht den Oslo Gospel Choir zum Trendsetter. Ob die Neigung zum rockigen Mainstream und die (in Nordeuropa übliche) Lautstärke der Atmosphäre und Spontaneität des Gospel, wie ihn Chöre hierzulande pflegen, gut tun, darf bezweifelt werden.
Homepage des Oslo Gospel Choir
Schweizer Konzertveranstalter: www.powerkonzerte.ch
Datum:
11.12.2006
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch
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