Akt der Solidarität

Musliminnen leihen Christinnen Hidschab als Tarnung vor ISIS

Zoom
Christen müssen sich derzeit in der philippinischen Stadt Marawi vor islamistischen Aufständischen verbergen. Ihre muslimischen Nachbarn helfen ihnen, indem sie die Christinnen mit Kopftüchern versorgen, damit diese den ISIS-Sympathisanten nicht sofort auffallen.

Islamisten suchen in der Stadt Marawi gezielt nach Christen. Die Radikalen, die einen nationalen Arm von ISIS errichten wollen, haben unter anderem Christen als Geiseln genommen. Laut der britischen «Daily Mail» haben die Extremisten begonnen, Christen zu kidnappen und zu töten sowie die Strom- und Wasserversorgung zu unterbrechen. Musliminnen leihen nun Christen Hidschabs aus, damit sich diese verkleiden können.

Tausende sind mittlerweile aus der 190'000-Einwohner-Stadt, die eine muslimische Mehrheit zählt, geflohen. Die Zahl der eingekesselten und womöglich als menschliche Schutzschilder missbrauchten Zivilisten wird auf 300 bis 600 geschätzt.

Separiert und getötet

Gegenwärtig wird damit gerechnet, dass die Kämpfer rund zwei Drittel der Stadt unter ihrer Kontrolle wissen. Die Berichte, dass Christen gezielt ermordet werden, häufen sich. So wurden letzte Woche acht Männer tot aufgefunden, neben ihnen lag ein Karton auf dem das Wort «Munafiq» («Heuchler») prangte. Die Männer hatten versucht, mit anderen aus der Stadt zu fliehen, berichteten zwei Zeugen. Die Militanten hätten aus der Gruppe von Fliehenden Christen separiert und getötet.

Der mit ISIS vernetzten «Maute»-Gruppe haben sich Dschihadisten aus anderen Ländern angeschlossen. Befürchtet wird, dass sich der Islamische Staat ein Gebiet in Ostasien einverleiben will, nachdem er im Irak und in Syrien schwächer geworden ist.

Gezieltes Vorgehen

Das philippinische Militär hat mittlerweile Militante aus Malaysia, Indonesien, Saudi-Arabien, dem Jemen, Tschetschenien, Pakistan, der Türkei, Marokko und Indien getötet. Armeesprecher Edgard Arevalo bestätigte, dass die Islamisten unter den Fliehenden Christen von Muslimen separieren. «Sie lassen die Muslime gehen, nicht aber die Christen.»

Rund vier Millionen Filipinos sind muslimisch, dies entspricht rund fünf Prozent der Einwohner. In der Region Mindano ist der Prozentsatz verglichen mit anderen Landesteilen hoch, radikalere Bewegungen fordern eine Abspaltung mehrerer Provinzen.

Zum Thema:
Mutiger Einsatz: Muslime schützen Christen bei Busangriff in Kenia

Hoffnungszeichen: 200 Muslime schützen christliche Kirchen vor Angriff
Indonesien: Muslime setzen sich für protestantische Kirche ein

Datum: 18.06.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Gospel Herald

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine Explo für alle 14-19 Jährigen vom 29. Dezember 2017 bis zum 1. Januar 2018 und du bist dazu eingeladen. Gemeinsam werden wir entdecken, wie wir unsere Zeit mit unserem Glauben prägen und gestalten.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Glaube in Aktion
Behörden und Feuerwehr versagten beim Brand des Grenfell-Towers in London. Christliche Gruppen und Heilsarmee griffen aber spontan ein. Unterstützt...
2'757 Mahlzeiten alleine
Zwei Jahre lang wurde der Kanada-Koreaner Hyeon Soo Lim in einem der nordkoreanischen Arbeitslager gefangengehalten. Vor wenigen Tagen ist er...
FEG mit «Vision Europa»
Die FEG Schweiz investierte sich in den letzten 26 Jahren in über 40 Gemeindeaufbauarbeiten in Europa; ausserhalb von Deutschland und der Schweiz....
Falsche Auffassung
In einem Exklusiv-Interview berichtet der Leiter der ägyptischen Bibelgesellschaft, Ramez Atallah, wie gefährlich Ägypten wirklich für Touristen ist...

Werbung

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

VERANSTALTUNGEN

SEA-Medientag - 1.9.2017 in Dübendorf
29. Dez 2017 – 1. Jan 2018, Messe Luzern
11. November 2017 in Aarau