Zum besseren Verständnis

In Jordanien wird für die hebräische Sprache geworben

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Professoren, Studenten und Journalisten aus Ägypten, Irak, Saudi-Arabien und Jordanien waren dabei, als in Amman für die hebräische Sprache geworben wurde. Das «Zentrum für israelische Studien in Jordanien» (CIS) begründete, dass man eine andere Kultur und Gesellschaft besser versteht, wenn man ihre Sprache spricht.

Hebräisch ist die Mehrheitssprache in Israel, Arabisch dagegen ist die Muttersprache von rund zwanzig Prozent der Bürger. Im Nachbarland Jordanien sprechen die meisten Einwohner ebenfalls Arabisch. In einem überraschenden Effort wird nun in Jordanien für die hebräische Sprache beworben.

In einem noch nie dagewesenen Schritt unter arabischen Nationen eröffnete der Staat bereits im Jahr 2014 das Zentrum für israelische Studien in Jordanien (CIS). Das Institut bietet Kurse an über israelische Politik, Gesellschaft, Ökonomie und weitere Themen.

Iraker und Saudis dabei

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Zwar anerkannte Jordanien Israels Existenzrecht bislang nicht, doch bereits unter dem früheren König Hussein wurden freundschaftliche Beziehungen aufgebaut aus geografischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Zudem ist Israel als das stabilste Land in der Region anerkannt und wird als Zugangstor zu westlicher Technologie, Sozialsystemen und medizinischer Versorgung gesehen.

Nun wurde eine Konferenz abgehalten, in welcher das Center in Amman unter arabischen Studenten für die hebräische Sprache warb. Mit der Begründung, dass eine andere Gesellschaft und Kultur besser verstanden wird, wenn man die Sprache dieser Nation spricht. Anwesend waren Professoren, Studenten und Journalisten aus Ägypten, Irak, Saudi-Arabien und natürlich Jordanien.

Demokratie besser verstehen

Die Israelin Roni Segal, akademische Mitarbeiterin beim Online-Sprachinstitut «eTeacher», lobte die jordanische Initiative: «Durch das Hebräisch-Lernen haben Israels arabische Nachbarn bessere Chancen, die jüdische Demokratie in ihrer Mitte schätzen zu lernen.»

Im Laufe des vergangenen Jahres ordnete CIS-Direktor Abdalla Sawallha die jordanisch-israelische Beziehung so ein: «Beide Seiten haben ähnliche Interessen und gemeinsame Themen. Deshalb sollten wir unsere Beziehungen verbessern. Wenn wir von Energie, Landwirtschaft und Umwelt sprechen, sind das Dinge, die keine Grenzen kennen. Wir brauchen eine neue Annäherung und wir haben einen Friedensvertrag. Aber die Leute in Jordanien denken immer noch, dass Israel der Feind ist.»

Zum Thema:
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Datum: 17.02.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / BCN / BIN

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